Alphabet-CEO will in Zusammenarbeit mit Regierungen KI regulieren

Sundar Pichai, Chef der Google Mutter Alphabet, will gemeinsam mit Regierungen Regeln und Kontrollmechanismen für Künstliche Intelligenz festlegen.

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(Bild: Phonlamai Photo/Shutterstock.com)

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Künstliche Intelligenz (KI) sollte besser reguliert werden, findet Sundar Pichai. Der Alphabet-CEO erklärt in der Financial Times (FT), warum er in KI sowohl eine große Chance als auch Gefahr sieht. Sie werde das Leben der Menschen positiv verändern. Sollte sie dies nicht tun, wäre das ein großer Fehler. Pichai bietet Regierungen daher die Zusammenarbeit an. Man dürfe nicht bloß Regeln festlegen, die auf dem Papier stehen, man müsse auch Kontrollmechanismen entwickeln.

Es werde Herausforderungen geben, die kein Unternehmen und keine Industrie alleine stemme könne, schreibt Pichai in dem Gastbeitrag der FT. Google habe bereits 2018 eine Richtlinie für den ethischen Umgang mit der Technologie veröffentlicht. Darin stehe auch, dass KI in manchen Bereichen gar nicht erst zum Einsatz kommen dürfe, etwa zur Massenüberwachung oder wenn sie Menschenrechte verletzen würde. Um dies zu überprüfen, habe Google entsprechende Techniken entwickelt. Durch die Freigabe des Codes könnten davon auch andere profitieren. "Wir glauben, jeder, der mit KI arbeitet, sollte sich den Regulierungen anpassen und einen Review-Prozess durchlaufen."

Regierungen hätten teilweise schon gute Arbeit geleistet, indem sie Rahmenbedingungen festgelegt haben. Dieser Prozess sei aber noch lange nicht abgeschlossen. Google wolle daher ein hilfsbereiter Partner der Regulierer sein. "Wir bieten unsere Expertise, Erfahrung und Techniken."

Google arbeitet in vielen Bereichen mit Künstlicher Intelligenz. Eine Studie hat kürzlich etwa gezeigt, dass KI besser bei der Brustkrebserkennung ist als Ärzte. Sie kann die menschlichen Experten jedoch nur unterstützen, nicht ersetzen. Auch ein Forscher von Google warnt, KI sei noch immer dumm. Er fordert daher einen neuen Umgang mit der Technologie, nämlich eine Art Intelligenztest. Andere sehen in ihr ein Werkzeug, das den Menschen in seinem jeweiligen Einsatzgebiet übertreffe – wie jedes Werkzeug. Laut der Google-Entwicklerin Cassie Kozyrkov brauche sie einfach bessere Lehrer. Das Problem seien nicht, wie so oft angenommen, KI-Systeme außerhalb menschlicher Kontrolle, das Problem seien KI-Systeme, mit denen Menschen nicht verantwortungsvoll umgehen. Dazu gehört auch, dass KI immer wieder dafür kritisiert wird, dass die Systeme Vorurteile verstärken. Diskriminierung und Rassismus etwa können sich in Künstlicher Intelligenz spiegeln.

(emw)