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Alphabet: Googles mobile Suchmaschine treibt den Umsatz

Während einzelne Werbeklicks immer weniger einbringen, kann Google die Zahl der Klicks kräftig steigern. Das bescherte Alphabet 22 Prozent mehr Umsatz, den höchsten Reingewinn der Konzerngeschichte und neue Höhenflüge der Aktienkurse.

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(Bild: Chris Sobczak CC BY 2.0)

Die Google-Mutter Alphabet hat im ersten Quartal 2017 24,75 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das sind 22 Prozent mehr als ein Jahr davor. Der Betriebsgewinn stieg parallel um 23 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar, der Reingewinn um ebenfalls 23 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Es ist der zweithöchste Quartalsumsatz und der höchste Quartalsreingewinn der Konzerngeschichte. Die Alphabet-Aktien legten Donnerstagabend nach Bekanntgabe der Zahlen um rund vier Prozent zu und durchbrachen dabei erstmals die 900-Dollar-Marke.

Unverändert stammt der Umsatz fast ausschließlich von Google. "Sonstige Wetten" haben vergleichsweise bescheidene 244 Millionen Dollar (+48%) beigesteuert, darunter Google Fiber. Gleichzeitig haben die Sonstigen Wetten 855 Millionen Dollar Betriebsverlust (+10%) gemacht. Diese Kennzahl profitierte davon, dass Google Fiber die Ausbaupläne im Herbst auf Eis gelegt hat.

Q1/2016 (inkl. Berichtigungen)
Q1/2017
Alphabets Umsatz 20,257 Mrd. USD 24,750 Mrd. USD
davon Google 20,092 Mrd. USD 24,506 Mrd. USD
Alphabets Betriebsgewinn 5,342 Mrd. USD 6,568 Mrd. USD
davon Google 6,245 Mrd. USD 7,598 Mrd. USD
Alphabets Reingewinn 4,207 Mrd. USD 5,426 Mrd. USD

In der Folge wurden Mitarbeiter von Google Fiber zu Google versetzt. Das hat Kosten bei den Sonstigen Wetten reduziert und auch den Personalzuwachs des Gesamtkonzerns gebremst, der zum 31. März knapp 74.000 Personen beschäftigte (+15%).

Google setzte mit dem Verkauf von Reklameplätzen 21,41 Milliarden Dollar um (+19%) und konnte andere Umsätze um fast die Hälfte auf 3,1 Milliarden Dollar steigern. Hier wirkt sich unter anderem Googles verstärktes Engagement bei eigener Hardware aus. Von den Werbeeinnahmen schüttete Google 22 Prozent oder 4,6 Milliarden Dollar als Umsatzbeteiligung an Vertriebspartner und Betreiber von Webseiten und Apps aus. Dieser Anteil hat sich im Jahresabstand nur Marginal verändert.

Gleich um 19 Prozent gefallen sind aber die durchschnittlich je Klick auf Werbung erzielten Einnahmen (Cost per Click). Doch das konnte Google durch eine heftige Steigerung der Klickrate (+44%) mehr als Wettmachen. Vor allem im Umfeld der für mobile Endgeräte gedachten Suchmaske haben die Werbeklicks deutlich zugenommen, wie Alphabets Finanzchefin Ruth Porat in der üblichen Telefonkonferenz mit Finanzanalysten wissen lies.

Google-Chef Sundar Pichai

(Bild: dpa, John G. Mabanglo)

Google-Chef Sundar Pichai zeigte sich dabei optimistisch, dass das Werbegeschäft weiter wachsen wird. Viele Firmen in aller Welt würden gerade erst damit beginnen, Googles Werbeplattformen zu nutzen. Und beispielsweise Youtube erfreue sich regen Zulaufs: "Menschen rund um die Erde schauen mehr Inhalte auf Youtube als je zuvor", sagte Pichai, "Täglich schauen die User mehr als eine Milliarde Stunden auf Youtube."

In fünf US-Städten gibt es zudem seit kurzem Youtube TV. Mit diesem Dienst kann, ähnlich wie bei Kabel-TV, gegen eine monatliche Gebühr Live-TV gestreamt und auch aufgezeichnet werden. Youtube TV erlaubt es in der Regel nicht, bei den Aufzeichnungen in Werbepausen vorzuspulen.

Doch ganz auf Werbung verlassen möchte sich Pichai nicht. Er investiert Googles Werbeerlöse insbesondere in die Entwicklung von Clouddiensten für Unternehmen, aber auch in eigene Hardware. "Chromebooks werden inzwischen von über 20 Millionen Lehrenden und Lernenden verwendet", freute sich der Manager.

Mit diesem Quartalsbericht hat Alphabet die Berichterstattung über die geographische Verteilung der Umsätze umgestellt. Fortan gibt es vier Regionen: USA (+25% auf 11,77 Milliarden Dollar), EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika; +13% auf 8,09 Milliarden), APAC (Asien und Ozeanien; +29% auf 3,62 Milliarden) sowie Sonstige Länder Amerikas (Kanada, Karibik, Lateinamerika; +34% auf 1,27 Milliarden).

Bislang hatte der Konzern lediglich zwei Länder, nämlich die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, vom Rest der Welt getrennt. Nun ist erstmals ersichtlich, dass die EMEA-Region das geringste Wachstum der vier Teilgebiete aufweist. Und gut ein Viertel (zwei Milliarden Dollar) des EMEA-Umsatzes stammen dabei aus Großbritannien, wo das Wachstum nach Umrechnung in US-Dollar nur fünf Prozent ausmachte. (ds)