Menü

Als nächster Verlag weicht Holtzbrinck vom harten Kopierschutz ab

Die deutschsprachigen Verlage der Holtzbrinck Publishing Group sollen die eigenen E-Books zukünftig nur noch mit "weichem" Kopierschutz ausliefern. Damit folgt der Konzern einer Reihe von Wettbewerbern.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 193 Beiträge
E-Book-Reader

Immer mehr Verlage verzichten zum Wohl der Leser auf Adobes DRM.

(Bild: dpa, Frank Rumpenhorst)

Ab August bieten die deutschen Verlagstöchter der Holtzbrinck Publishing Group ihre E-Books nur noch mit weichem Kopierschutz an. Die Digitalausgaben von Droemer Knaur, Kiepenheuer & Witsch sowie den Verlagen unter Rowohlt und S. Fischer sollen künftig nur noch mit digitalem Wasserzeichen ausgeliefert werden, berichtet der Buchreport.

Der kaufmännische Leiter der Rowohlt-Verlage Peter Kraus vom Cleff begründet die Maßnahme mit den gemachten Erfahrungen: Die Wasserzeichen seien genauso effektiv beim Schutz wie "hartes" Digital Rights Management (DRM). Bei den unsichtbaren Wasserzeichen werden E-Books mit Nutzerdaten versehen, die sich auf den Besitzer zurückführen lassen.

Bereits im Juli hatte die Bonnier-Gruppe von Adobe DRM auf weichere Techniken umgestellt. Unter anderem die E-Books der Verlage Piper, Ullstein und Carlsen versieht der Medienkonzern mit Wasserzeichen. Ob ein Buch häufig raubkopiert wird, sei weniger vom Kopierschutz als von dessen Erfolg bestimmt, erklärte das Unternehmen.

Ein anderer Grund für die Abkehr von Adobe dürfte auch der Wunsch sein, die Marktvorherrschaft von Amazon zu schwächen: Der Kopierschutz für Kindle-Bücher stört im Alltag deutlich weniger als der von Adobe. Mit dem Verzicht auf hartes DRM könnte nun aber der Kauf über andere Plattformen als Amazon attraktiver werden. Während nämlich die Amazon-E-Books auf den Kindle eingeschränkt sind, kann man die kopierschutzfreien Epubs beliebig konvertieren und deshalb auf allen Readern lesen.

Laut dem Blog lesen.de verwenden nun noch die Verlage von Bertelsmann-Tochter Random House (etwa Blanvalet, Heyne) und einige unabhängige Häuser von Suhrkamp bis Diogenes das restriktive DRM von Adobe. (rsr)

Anzeige
Anzeige