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Altersdiskriminierung: Google will 11 Millionen US-Dollar in Rechtsstreit zahlen

Eine Sammelklage in den USA wirft Google Benachteiligung älterer Bewerber vor. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe, stimmt aber einer Geldzahlung zu.

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(Bild: mentatdgt/Shutterstock.com)

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Der Suchmaschinenkonzern Google hat in den USA einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt, mit der eine Sammelklage gegen das Unternehmen wegen Diskriminierung älterer Bewerber beigelegt werden soll. Google hat eingewilligt, den 227 Beteiligten an der Sammelklage (die alle über 40 Jahre alt sind) insgesamt 11 Millionen US-Dollar zu bezahlen – abzüglich der Anwaltshonorare von etwa 2,75 Millionen US-Dollar blieben jedem Kläger gut 35.000 US-Dollar als Entschädigung, berichtet Bloomberg.

Die Einigung, die einem Bundesrichter in San Jose in Kalifornien vorgelegt wurde, sieht laut Bloomberg außerdem vor, dass der Google-Mutterkonzern Alphabet für seine Angestellten und Führungskräfte ein Anti-Diskriminierungstraining organisiert, dass sich ein gesondertes Gremium um Vielfalt bei der Altersstruktur der Bewerber kümmert und dass entsprechenden Beschwerden gründlich nachgegangen wird.

Allerdings bestreitet Google die Vorwürfe weiterhin. Das Unternehmen macht geltend, die Bewerber hätten nicht die erforderlichen technischen Fähigkeiten demonstriert und seien deshalb nicht eingestellt worden, obwohl sie nach den Bewerbungsgesprächen von den Interviewern teils als passend bezeichnet wurden. Google betonte, es habe keinen Betroffenen absichtlich diskriminieren wollen und besitze strenge Anti-Diskriminierungsrichtlinien, die auch das Alter umfassten.

Die Klage war zuerst von einer Softwareentwicklerin vorgebracht worden, die in vier Vorstellungsgesprächen über einen Zeitraum von sieben Jahren jedes Mal abgelehnt worden war, obwohl sie sich selbst als äußerst qualifiziert und erfahren bezeichnet. Sie beschuldigte Google, systematisch ältere Bewerber zu benachteiligen. Ihr Anwalt sagte gegenüber Bloomberg, Altersdiskriminierung sei in der Tech-Branche ein Problem, das man angehen müsse.

In einem anderen Fall hatte Google Anfang 2018 gegen das als sexistisch bezeichnete Verhalten eines Mitarbeiters hart durchgegriffen und den Mann entlassen. Dieser hatte im Unternehmen ein Manifest verbreitet, in dem er die vermeintliche "Benachteiligung weißer Männer mit konservativen Ansichten" bei Google kritisierte. Nach der Entlassung verklagte er seinen ehemaligen Arbeitgeber wegen Diskriminierung.

(tiw)