Menü

Altmaier präsentiert Pläne für europäisches Cloud-Netzwerk "Gaia X"

Die geplante europäische Cloud-Lösung soll laut einem Papier aus dem Wirtschaftsministerium verschiedenste Daten "sicher und vertrauensvoll zusammenführen".

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 67 Beiträge

(Bild: pixabay.com)

Update
Von

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will am Dienstag seine Pläne für eine europäische Cloud-Lösung präsentieren. Damit soll eine "leistungs- und wettbewerbsfähige, sichere und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur für Europa" geschaffen werden, heißt es in einem gemeinsamen Papier des Wirtschaftsministeriums und der beteiligten Akteure, das der dpa in Auszügen vorliegt. Nach Angaben des Ministeriums will Altmaier das Projekt unter dem Namen "Gaia X" auf dem Digitalgipfel in Dortmund vorstellen. Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

Altmaiers Behörde habe "in den vergangenen Wochen gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus der Wirtschaft die ersten Schritte hin zu einer vernetzten Dateninfrastruktur für Deutschland und Europa erarbeitet", hieß es aus dem Ministerium. In dem Papier wird eine vernetzte Dateninfrastruktur als "Wiege eines vitalen, europäischen Ökosystems" bezeichnet, "in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht, zusammengeführt und geteilt werden können".

An dem Projekt sind Anwender und Anbieter aus der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheitswesen, Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen beteiligt. Es sieht die "Vernetzung dezentraler Infrastrukturdienste ... zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System vor", heißt es in dem Papier. Es soll auch "Marktteilnehmern außerhalb Europas" offenstehen, sofern sie "unsere Ziele der Datensouveränität und Datenverfügbarkeit" teilen.

EU-Cloud für die Wissenschaft

(Bild: eosc-portal.eu)

Wissenschaftler sollen über die Rechnerwolken Forschungsdaten sicher ablegen grenzübergreifend austauschen und Big-Data-Potenziale nutzen können.

mehr anzeigen

[Update 27.10.2019 14:25 Uhr:]

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) lobte das Engagement der deutschen Wirtschaft beim Aufbau von "Gaia X". Damit zeigten die deutschen und europäischen Unternehmen, dass sie bereit seien, "im digitalen Zeitalter weiter vorne dabei sein wollen, ohne in Abhängigkeit von Großunternehmen oder Staaten zu geraten", sagte sie dem Handelsblatt. Die CDU-Ministerin bezeichnete "Gaia X" als eines der wichtigsten Digital-Projekte, um die Spitzenposition der deutschen und europäischen Wirtschaft international zu verteidigen.

Im nächsten Schritt geht es laut Ministerium darum, das Projekt in eine geeignete Rechtsform zu überführen. Diese Organisation werde sich um eine Referenzarchitektur, technische Anforderungen und ein Regelwerk kümmern. "Sie wird der Kern des europäischen Ökosystems sein. Wir streben eine Gründung der Organisation im ersten Halbjahr 2020 an." (tiw)