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Amadeu-Antonio-Stiftung: Rassistische Hetze im Internet bekämpfen

Das Internet fördert Information und Mitbestimmung? Schon, aber ... Eine Untersuchung der Amadeu-Antonio-Stiftung zeigt, wie sehr auch Extremisten profitieren. Und Gegenstrategien sind schwierig zu entwickeln.

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Menschenmenge

Die fremdenfeindliche und rassistische Hetze im Internet hat sich nach einer Untersuchung der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung weiter verstärkt. Derzeit gebe es bei Facebook mehr als 300 "Nein zum Heim"-Seiten, im Internet kursiere eine Flut an Gerüchten und Falschmeldungen über Flüchtlinge und Einwanderer, es gebe zahllose Gewaltaufrufe und Hassmails, sagten Vertreter der Stiftung am Dienstag. Die Vorsitzende der Stiftung, Anetta Kahane, forderte eine verstärkte Auseinandersetzung mit diesen Formen der Hetze.

"Die sozialen Netzwerke sind eine Art Durchlauferhitzer für Hass und Gewalt", sagte Kahane. "Wir müssen auf diese Hetze im Netz genauso reagieren wie in der realen Welt." Kahane verglich die Foren mit früheren Stammtischen und deren erschreckenden Parolen. "Der Unterschied ist: heute hat jeder dieser Stammtische Hunderte oder tausende Zuhörer."

Der Internet-Experte der Stiftung, Johannes Baldauf, erklärte, die Erfolge von Pegida und AfD sowie extremistischeren Gruppierungen seien besonders dem Internet zu verdanken. Deren Ziele, neue Mitglieder zu gewinnen, Teilnehmer zu radikalisieren und zum Handeln zu bewegen, ließen sich am besten über die Netzwerke erreichen. Am weitesten verbreitet und daher auch meist genutzt in der Szene sei Facebook.

Gegenstrategien zu entwickeln sei schwierig, gaben Kahane und ihre Stiftung zu. "Wir sind erst am Anfang, aber wir müssen Haltung zeigen im Netz", sagte Kahane. "Und das kann und muss gelernt werden." Gerade Jugendliche müssten dazu angeleitet werden.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist eine bundesweit renommierte, gemeinnützige Einrichtung, die seit ihrer Gründung 1998 Rechtsextremismus und Rassismus entgegen tritt. Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 von rechtsextremen Jugendlichen im brandenburgischen Eberswalde aus rassistischen Gründen zu Tode geprügelt.

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