Amazon: E-Book-Reader Kindle Touch für Deutschland

Amazon legt im boomenden Geschäft mit digitalen Lesegeräten nach: Zwei Kindle-Reader mit Touch-Bedienung und 6-Zoll-Display sollen bald auch in Deutschland verkauft werden.

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Von
  • Jürgen Kuri

Amazons neue Kindle-Modelle kommen wie die Vorgänger mit E-Ink-Display, lassen sich aber komplett per Touch bedienen.

(Bild: Amazon)

Nach den USA legt Amazon nun auch in Deutschland im wachsenden Markt für E-Books nach: Bereits seit 2011 sind die Touch-Modelle des Kindle-Readers in den USA verfügbar, nun kommt der Kindle Touch auch nach Deutschland. Vom Tablet Kindle Fire, das in den USA mit einem Preis von 199 Dollar und Farb-Display für Aufsehen sorgte, ist allerdings nach wie vor nicht die Rede, es wird es derzeit nicht in Deutschland geben. Die beiden Geräte von Amazons Kindle-Touch-Reihe sollen dagegen ab dem 27. April in Deutschland ausgeliefert werden, sie können ab sofort vorbestellt werden.

Zwei Modelle hat Amazon dann neu im Angebot, die man per Touch-Bedienung steuert. Sie sind mit einem Graustufen-Display mit E-Ink-Technik (800 × 600 Pixel, 167 dpi) und geringem Stromverbrauch ausgestattet, wie man dies auch von anderen E-Book-Readern, etwa den bisherigen Kindle-Modellen, kennt. Amazon gibt an, dass ein aufgeladener Akku bei abgeschalteter Funkverbindung rund 2 Monate hält. Beide Geräte bieten 4 GByte Speicherplatz, WLAN 802.11b/g/n, eine Micro-USB-Schnittstelle, eingebaute Stereo-Lautsprecher und eine 3,5-mm-Kopfhörer-Klinkenbuchse. Der Kindle Touch wiegt 213 Gramm, das 3G-Modell 220 Gramm, die Abmessungen beider Geräte sind aber identisch (172 mm × 120 mm × 10,1 mm).

Für den Kindle Touch gibt es auch eine Hülle mit LED-Leseleuchte

(Bild: Amazon)

Beim Preis orientiert sich der weltgrößte Online-Einzelhändler an den US-Werten. Das Modell mit WLAN gibt es für 129 Euro, mit UMTS kostet das Gerät 189 Euro. Amazon übernimmt beim 3G-Modell erneut die kompletten Mobilfunk-Kosten, inklusive möglicher Roaming-Gebühren im europäischen Ausland.

Amazon hat frühzeitig auf digitale Bücher gesetzt und den ersten Kindle-Reader in den USA 2007 auf den Markt gebracht. Einen deutschen Kindle-Store gibt es seit knapp einem Jahr. Auch andere Anbieter sind in dem Markt aktiv: Apple hat für sein iPad-Tablet einen eigenen iBookstore. In Deutschland vertreiben die Buchhändler Thalia, Weltbild und Hugendubel sowie Hersteller wie Sony ebenfalls elektronische Lesegeräte.

"Europa holt bei der Verbreitung digitaler Bücher schnell zum US-Markt auf", sagte Amazons europäischer Manager für Kindle-Inhalte, Gordon Willoughby, gegenüber dpa. Der Wechsel zu E-Readern bringe die Menschen in verschiedenen Ländern dazu, mehr Bücher zu kaufen. "Schon 2010 stellten wir in den USA fest, dass Leser nach dem Kauf eines Kindle drei Mal mehr Bücher erwarben als vorher. In Großbritannien erreichten wir diese Zahl 15 Monate nach dem Start des dortigen Kindle-Stores, in Deutschland bereits nach sechs Monaten."

Amazon nennt von Anfang an keine Absatzzahlen zu den Kindle-Geräten und Büchern. Es heißt immer nur, die E-Reader seien das populärste Produkt im Angebot. Marktbeobachter gehen auf jeden Fall von Millionen Geräten aus. (jk)