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Amazon Fire TV: Neues Modell mit Ultra-HD

Ein Jahr nach dem deutschen Marktstart des Fire TV bringt Amazon den Nachfolger heraus, der Videostreaming in Ultra HD (4K) unterstützt und mehr Performance verspricht.

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Schon seit einigen Wochen ist der Mediaplayer Fire TV nur noch als "zertifiziertes und generalüberholtes" Gerät bei Amazon zu bekommen – bei einem erfolgreichen Produkt ein untrügliches Indiz dafür, dass ein Nachfolger in der Pipeline ist. Am Donnerstag ließ Amazon die Katze offiziell aus dem Sack: Das neue Fire TV unterstützt Streaming in Ultra HD (4K) und ist ab dem 5. Oktober erhältlich; Amazon nimmt ab sofort Vorbestellungen entgegen. Die neue Streaming-Box kostet 100 Euro; ein vergünstigstes Einführungsangebot für Prime-Kunden gibt es diesmal nicht.

Fire TV 2015 (5 Bilder)

Das neue Fire TV und die neue Voice Remote sehen auf den ersten Blick aus wie ihre Vorgänger.

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Damit die bereits verfügbaren ultrahochaufgelösten Videos aus dem Angebot des hauseigenen Videodienstes (Prime) Instant Video – und voraussichtlich auch die von Netflix – mit vertretbaren Bandbreiten (< 25 MBit/s) gestreamt werden können, unterstützt das neue Fire TV den modernen Videostandard HEVC/H.265, der mit der halben Datenrate des verbreiteten AVC/H.264 auskommt.

Amazon will bis zum Jahresende 90 Prozent seines Videokatalogs auch in Standard- und HD-Auflösung in HEVC anbieten, sodass auch Anwender mit schwächeren DSL-Leitungen bessere Streaming-Qualität erwarten dürfen. Damit die Streams schneller starten, nutzt Amazon ASAP (Advanced Streaming and Prediction). Das soll anhand der Sehgewohnheiten vorhersagen, was man als nächstes schauen will, und diese Inhalte schon vorpuffern.

Welche HDMI-Spezifikation das Fire TV beherrscht, teilte Amazon bisher nicht mit. Über HDMI 1.4 lassen sich maximal 30 Bilder pro Sekunde in Ultra HD übertragen, bei HDMI 2.0 sind es bis zu 60 Bilder und bei HDMI 2.0a sogar ein erweiterter Kontrastumfang (High Dynamic Range, HDR), den Amazon neuerdings auf ausgewählten UHD-Fernsehern anbietet.

Das neue Fire TV ist mit einem 64-Bit-fähigen Quad-Core-Prozessor von Mediatek ausgestattet, der mit 2 GHz getaktet wird. Amazon verspricht 75 Prozent mehr Performance als beim aktuellen Modell. Äußerlich unterscheiden sich das alte und neue Fire TV nur auf der Rückseite: Dort wo vorher die Ethernet-Buchse war, ist nun ein MicroSD-Kartenslot, über den man das Fire TV um bis zu 128 GByte Speicher erweitern kann. Dieser ist jedoch heruntergeladenen Spielen vorbehalten, Medieninhalte bleiben sicher verwahrt auf dem internen 8 GByte des Fire TV. Der optische Digitalausgang fällt weg, an seine Stelle rückt bei dem neuen Gerät der Ethernet-Port. Dafür will Amazon dank Dolby-Unterstützung eine bessere Audioqualität über Bluetooth liefern. Außerdem unterstützt das Fire TV nun WLAN nach dem schnelleren Standard IEEE 802.11ac.

Apropos, WLAN: Bisher war die Voice Remote genannte Fernbedienung des Fire TV per Bluetooth angebunden. Diese konnte wegen des eingebauten Mikrofons zur Sprachsuche nicht das stromsparende Bluetooth Smart einsetzen, sodass die Batterien recht schnell leer waren. Die neue, etwas längere Voice Remote nutzt hingegen WLAN. Dadurch soll die Fernbedienung nicht nur schneller auf Eingaben reagieren, sondern verspricht auch eine Batterielaufzeit von einem Jahr. Wir sind gespannt!

neuer Fire TV Game Controller mit eingebautem Mikrofon und Kopfhörerbuchse

Mit der höheren Performance und der Möglichkeit, den Speicherplatz zu erweitern, will Amazon Nutzer ansprechen, die neben den aus dem Amazon App Shop herunterladbaren Fire-TV-Apps auch anspruchsvollere Android-Spiele auf dem Fernseher zocken wollen. Bisher sind diese allerdings nicht über das grafische Niveau und die Komplexität alter Xbox-Spiele hinausgekommen. Insgesamt soll es inzwischen über 2800 Apps und Spiele fürs Fire TV geben.

Speziell für die Spieler gibt es einen neuen Fire TV Game Controller. Das Tasten-Layout des Controllers hat sich gegenüber dem bisher erhältlichen Fire TV Game Controller nicht verändert, wohl aber die Funktion der zentralen Taste, die nun die in dem neuen Controller eingebaute Sprachsuche des Fire TV aktiviert.

Den Fire TV Stick gibts in Kürze auch im Paket mit der neuen Voice Remote.

Wie die Voice Remote ist auch der Game Controller über WLAN angebunden. An der Unterseite befindet sich eine 3,5-mm-Buchse, an die man einen Kopfhörer anschließen kann, um das Spielgeschehen direkt auf den Ohren zu haben; ob auch Headsets unterstützt werden, bleibt abzuwarten. Der drahtlose Controller soll es auf bis zu 90 Stunden Batterielaufzeit bringen (wenn man den Kopfhörer nicht verwendet). Der neue Fire TV Game Controller kostet 50 Euro und soll ab dem 22. Oktober erhältlich sein.

Den Fire TV Stick verkauft Amazon weiterhin für 40 Euro mit einer einfachen Fernbedienung ohne Sprachsuche. Der Fire TV Stick ist allerdings auch zu der neuen Voice Remote kompatibel und wird ab 22. Oktober auch mit der WLAN-Fernbedienung gebündelt zum Preis von 50 Euro angeboten.

Update: Mittlerweile hat Amazon die Produktseiten freigeschaltet. Die Box spielt Videos in Ultra HD mit höchstens 30 Bildern/s ab (2160p30), für Ultra-HD-Inhalte muss der HDMI-Eingang HDCP 2.2 unterstützen. Audioseitig beherrscht das Fire TV nun auch das Surround-Sound-Format Dolby Atmos.

In den USA bringt das Fire TV neben der Sprachsuche auch die digitale Assistentin Alexa mit, die bisher nur im smarten Netzwerklautsprecher Amazon Echo residiert. Damit sind auch dienstübergreifende Suchanfragen möglich, anfangs bei Hulu, HBO Go, Crackle, Showtime und Starz. Außerdem beantwortet Alexa Fragen, verwaltet die Einkaufsliste und steuert die Musikwiedergabe aus der Amazon Cloud. Wann die Alexa-Unterstützung auch in Deutschland verfügbar sein wird, ist unbekannt.

In den USA steckt in dem neuen Fire TV die digitale Assistentin Alexa. Sie beantwortet Fragen und visualisiert die Antworten auf dem Fernseher.

(vza)