Amazon Go: Amazon eröffnet kassenloses Lebensmittelgeschäft

Amazon will sich noch ein Stück des stationären Handels sichern. Dafür führt das Unternehmen zunächst erst einmal testweise einen kassenlosen Lebensmittelladen ein. Das Konzept soll einen besonders stressfreien Einkauf ermöglichen.

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Der Lebensmitteleinkauf soll durch Amazon Go so bequem wie möglich werden – Schlangen an der Kasse gibt es bei dem Konzept nicht

(Bild: Amazon)

Von
  • Kristina Beer

Der Internethändler Amazon will nun auch in das stationäre Lebensmittelgeschäft einsteigen. Am Montag eröffnete das Unternehmen in Seattle testweise ein Lebensmittelgeschäft, das ohne Kassen und Warteschlangen auskommen soll. Amazon nennt sein Konzept "Amazon Go". Der Name soll ausdrücken, dass Kunden den Laden betreten, Waren auswählen und den Laden danach ohne einen Kassiervorgang wieder verlassen können.

(Quelle: Amazon)

Amazon springt damit auf einen Zug auf, der schon länger durch die Einzelhandelslandschaften fährt. Die Metro eröffnete etwa im Jahr 2003 einen Supermarkt, der es Kunden erlaubte, Waren direkt über den Einkaufswagen zu scannen. Die Zahl der Kassen konnte bei diesem Konzept schon stark reduziert werden. Amazon will bei seinem Konzept nun völlig ohne Kassen auskommen.

Vor dem Einkauf sollen die Kunden zunächst ihren "Key" der auf dem Smartphone installierten Amazon-Go-App scannen lassen. Dann erkennen im Laden Sensoren und Deep-Learning-Algorithmen – Amazon vergleicht die Technik mit der, die auch für autonome Fahrzeuge genutzt wird – , was die Kunden aus den Regalen nehmen oder dorthin wieder zurückstellen. So füllt sich der virtuelle Warenkorb. Nach dem Verlassen des Geschäfts wird der fällige Betrag vom Amazon-Konto abgebucht.

Der QR-Code bzw. "Key" der Amazon-Go-App wird beim Eintreten in das Geschäft gescannt

(Bild: Amazon)

Da sich das Projekt zunächst in einer Testphase befindet, können bislang nur Amazon-Mitarbeiter das Konzept nutzen. Anfang 2017 soll das Geschäft aber auch für die breite Kundschaft öffnen. Laut eigener Angaben arbeitet Amazon seit etwa vier Jahren an dem Konzept.

In den USA und London bietet Amazon bereits den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh an. Dabei handelt es sich um eine für 15 Dollar pro Monat erhältliche Zusatzoption für Abonnenten des jährlich 99 Dollar kostenden Prime-Service.

Schon mit der Eröffnung eigener Buchläden wagte sich der Internethändler in den stationären Handel, den er durch sein bisheriges Geschäftsmodell stark auf die Probe stellte.

Amazons Buchladen (4 Bilder)

(Bild: Amazon)

[Update, 6.12.2016, 9:35 Uhr]: Bild der Amazon-Go-App und Informationen zum "Key" ergänzt. (kbe)