Amazon Go größer: Erster kassenloser Go Grocery in Seattle eröffnet

Amazon betreibt bereits rund 20 Amazon-Go-Lädchen in den USA. Nun folgt ein erstes ausgewachsenes Lebensmittelgeschäft ohne Kasse.

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Amazon Go in groß: Erster kassenloser Go Grocery in Seattle eröffnet

Amazon betreibt bereits kleinere Go Stores in den USA.

(Bild: Amazon)

Von
  • Oliver Bünte

Der Online-Händler Amazon ergänzt seine kassenlosen Amazon-Go-Lädchen um einen ausgewachsenen Supermarkt, den Go Grocery. Das berichtet die Seattle Times. Das Lebensmittelgeschäft soll am Dienstag in Seattle eröffnet werden und setzt nach dem Go-Modell ebenfalls auf Kameras und Sensoren, um Einkäufe zu erfassen, bezahlt wird wie gehabt per App.

Der Amazon Go Grocery in Seattles Stadtteil Capitol Hill umfasst dem Bericht der Seattle Times nach mit 5000 Produkten auf einer Fläche von etwa 966 Quadratmeter ein deutlich größeres Sortiment als die kleinen Go Stores, in denen rund 1000 verschiedene Produkte zu haben sind. In dem Go Grocery sollen unter anderem frische Lebensmittel angeboten werden, darunter Fisch und Fleisch, frischgebackenes Brot sowie lokale Spezialitäten.

Das Konzept des Go Grocery unterscheidet sich damit von den bisherigen Go Stores, die in urbanen Gebieten eher einen Kiosk-Charakter haben. Cameron Janes, der bei Amazon für die Expansion der Go-Läden verantwortlich ist, erläutert das Konzept so: "Amazon Go konzentrierte sich darauf, den Kunden Frühstück, Mittagessen und Snacks in zentralen städtischen Geschäftsvierteln anzubieten." Go Grocery bietet nun "alles an, was man in einem Supermarkt um die Ecke erwartet".

Die Kunden sollen im Go Grocery beim Einkaufen keine Einschränkungen hinsichtlich der Bequemlichkeit hinnehmen müssen. Kameras und Sensoren erfassen weiterhin die Einkäufe. Allerdings mussten aufgrund des Einkaufsverhaltens der Kunden bei unverpackten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse Anpassungen bei der Auswertung der tatsächlichen Einkäufe vorgenommen werden. Als Beispiel führt Janes den Einkauf von Tomaten und Äpfeln an. Kunden würden die Ware vor dem Kauf erst prüfen und gegebenenfalls wieder zurücklegen, bevor letztendlich die ausgewählten Tomaten oder Äpfel in die Tüte wandern. Nach Angaben von Janes habe das angepasste Erfassungssystem aber keine Probleme damit, diese Einkäufe korrekt zu erfassen. Selbst in einem vollen Ladengeschäft soll es problemlos funktionieren, heißt es in dem Bericht.

Zwar kommt Go Grocery ebenfalls ohne Kasse aus – die Bezahlung erfolgt nach dem Auschecken über eine Amazon-App – allerdings befinden sich auch im Go Grocery eine Vielzahl an Mitarbeitern, die beispielsweise die Regale auffüllen oder Kunden beraten sollen. In Seattle sollen es etwa drei Dutzend sein, sagt Janes dem Bericht nach.

Unklar sind derzeit noch die Expansionspläne Amazons. Das Unternehmen hält sich bedeckt, ob und wo weitere Geschäfte nach dem Go-Grocery-Modell entstehen könnten. Offensichtlich ist allerdings, dass Amazon im Geschäft mit Lebensmitteln auf lokale Läden vor Ort setzt. So will das Unternehmen in Los Angeles testweise einen Supermarkt nach herkömmlichem Muster betreiben, der noch Kassen mit Kassierern hat. (olb)