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Amazon Instant Pickup: Konkurrenz für Tante-Emma-Läden

In den USA testet Amazon eine Alternative zu Tante-Emma-Läden: Der Abholdienst "Instant Pickup" versorgt Prime-Kunden mit Getränken, Snacks und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs. Bestellt wird mit der Amazon-App – die Lieferzeit beträgt zwei Minuten.

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Amazon "Instant Pickup": Konkurrenz für Tante-Emma-Läden

Amazon Instant Pickup: Per App bestellen – zwei Minuten später im Schließfach abholen.

(Bild: Amazon)

In den USA testet Amazon mit Instant Pickup eine Alternative zu kleinen Kiosken und Supermärkten. Die Besonderheit: Der Kunde muss mit keinem Menschen reden, um etwa an Süßigkeiten zu kommen – bestellt wird via Amazon-App. Das Warenangebot beschränkt sich auf "Hunderte Artikel" des alltäglichen Bedarfs, darunter Snacks und Getränke, aber auch Smartphone-Hüllen, Kopfhörer und die hauseigenen Elektronikgeräte. Die bestellten Produkte sollen innerhalb von zwei Minuten in einem Schließfach zur Abholung bereit liegen. Der Kunde öffnet es mit einem Barcode, den die Amazon-App erzeugt.

Instant Pickup: Eine Tüte Nüsse ist in zwei Minuten geliefert. Die hungrige Kundin holt sich die Ware dann aus einem Schließfach.

(Bild: Amazon)

Auf der anderen Seite der Schließfächern befindet sich ein Warenlager, aus dem die Mitarbeiter die bestellten Produkte heraussuchen und in die Fächer legen. Das ursprüngliche Konzept sah noch einen Verkaufstresen vor, doch die befragten Testkäufer gaben an, dass sie nur ungern mit Verkäufern reden würden. Viel lieber wollten sie die Bestellungen schweigend mit ihrem Smartphone erledigen, berichtet Mashable. Diesem Wunsch kommt Amazon mit dem abgewandelten Konzept von Instant Pickup nun nach.

Die ersten fünf Pickup-Stationen hat Amazon in der Nähe von amerikanischen Universitäten aufgebaut. Prime-Nutzer in der Nähe der Stationen können in der Amazon-App alle Produkte durchsuchen, die via Instant Pickup verfügbar sind. Weitere Standorte sollen bald folgen, auch in anderen Bereichen, denn das Angebot sei auch für Nicht-Studenten interessant, sagt Ripley MacDonald, Director of Student Programs bei Amazon. Die nächste Pickup-Station soll im Lincoln Park in Chicago aufgebaut werden. Hinweise auf eine Ausweitung auf Deutschland gibt es derzeit nicht.

Das Instant-Pickup-Experiment ist ein weiterer Versuch von Amazon, sich auch als stationärer Einzelhändler zu etablieren. Ende 2015 eröffnete das Unternehmen seinen ersten Offline-Buchladen in Seattle; weitere folgten. Zudem hat Amazon einen Supermarkt ohne Kassenpersonal getestet – das Konzept sollte einen besonders stressfreien Einkauf ermöglichen. Im Juni übernahm der Versandriese die Bio-Kette Whole Foods, die in den USA sowie in Kanada und Großbritannien insgesamt 460 Filialen betreibt. (dbe)

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