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Amazon: Proteste wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Löhne in den USA

Bei Amazon läuft es geschäftlich sehr gut, doch die Mitarbeiter in den USA sind unzufrieden und protestieren vor Bezos' Penthouse in Manhattan.

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(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

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Für Amazon war der "Cyber Monday" ein großes Geschäft, doch die Kritiker des Online-Händlers nutzten die Rabattschlacht für Proteste. Mehr als drei Dutzend Demonstranten versammelten sich am Montag in Manhattan vor dem Penthouse von Amazon-Chef Jeff Bezos, um mit Plakaten und Sprechchören ihrem Ärger über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen und zu niedrige Löhne Luft zu machen. Amazon steht deshalb bereits lange in der Kritik.

Hinter der Demonstration steht ein Bündnis von Amazon-Arbeitern, Gewerkschaften und Aktivistengruppen, das vor einer Woche bereits eine Protestaktion in einem Amazon-Lager im New Yorker Stadtbezirk Staten Island organisiert hatte. Auch im kalifornischen San Bernardino und anderen Orten wurde am Montag für eine faire Entlohnung und Behandlung von Amazon-Arbeitern demonstriert.

Amazon beschuldigte in einem Statement gegenüber US-Medien "eigennützige Kritiker, insbesondere Gewerkschaften und Gruppen, die von unseren Konkurrenten finanziert werden", falsche Informationen über Amazon zu verbreiten. Das Unternehmen betonte in der Stellungnahme, seit 2011 mehr als 270 Milliarden US-Dollar in den USA investiert und über 400.000 Arbeitsplätze geschaffen zu haben.

Fest steht: Trotz der Proteste war der "Cyber Monday" für den E-Commerce ein voller Erfolg. Nach einer ersten Schätzung der Marktforscher von Adobe Analytics dürften Online-Shopper in den USA am Montag rund 9,4 Milliarden Dollar ausgegeben haben. Das wären 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Der "Cyber Monday" wurde 2005 von US-Händlern als Online-Pendant zum "Black Friday" gestartet, der nach Thanksgiving traditionell das Weihnachtsgeschäft einläutet.

In Deutschland wurde bei Amazon gestreikt: Am vergangenen Freitag, Samstag und Montag legten Mitarbeiter bundesweit die Arbeit nieder, um für einen Tarifvertrag nach Bedingungen des Einzelhandels zu protestieren. Amazon lehnt die Forderungen der Gewerkschaft Verdi bereits seit Jahren ab. Der Online-Händler zahlt nach eigenen Angaben am oberen Ende der branchenüblichen Gehälter für die Logistikbranche und bietet darüber hinaus seinen Mitarbeitern viele Extras. (mit Material der dpa) / (olb)