Amazon USA zwingt Herstellern kleinere Verpackungsgrößen auf

Kleinere Verpackung gleich weniger Müll gleich umweltfreundlich: Amazon will deshalb kompaktere Verpackungsgrößen durchsetzen – und aus Effizienzgründen.

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Amazon zwingt Herstellern in USA kleinere Verpackungsgrößen auf

(Bild: Amazon)

Von
  • Oliver Bünte

Der Online-Shop Amazon will Hersteller dazu bewegen, ihre Verpackungen kleiner und effizienter zu gestalten. Dazu hatte der Konzern bereits im Herbst 2018 Unternehmen, die Produkte über den US-Online-Shop verkaufen, aufgefordert, die Abmessungen und damit das Volumen ihrer Warenverpackungen nach spezifischen Vorgaben zu verringern. Amazon setzte den Unternehmen eine Frist zur Umsetzung bis zum 31. Juli 2019, die nun ausläuft. Hersteller, die sich künftig nicht an die Vorgaben des Online-Shops halten, müssen nun je Paket mit einer Strafzahlung in Höhe von 1,99 US-Dollar rechnen, berichtet das Wall Street Journal am Dienstag.

Dem Bericht zufolge will Amazon damit Druck auf Hersteller ausüben, ihre Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten. Damit komme das Unternehmen dem Wunsch von Verbrauchern nach weniger Verpackungsvolumen, Abfall und geringerem Gewicht nach, heißt es dort. Außerdem könnten dadurch in einigen Fällen die Versandkosten verringert werden, die sich gemeinhin an Größe und Gewicht orientieren. Amazon wollte sich zu den neuen Verpackungsrichtlinien nicht äußern.

Offensichtlich sieht Amazon noch weitere Vorteile in den neuen Verpackungsrichtlinien. Die kompakteren Verpackungen in Standardgrößen benötigen weniger Platz und ermöglichen eine effizientere Lagerung in den Logistikzentren. Durch das geringere Verpackungsvolumen dürften sich auch die Transportkosten verringern und das Transportvolumen in Lastwagen und Flugzeugen besser ausnutzen lassen. Verpackungen in Standardgrößen könnten außerdem die Logistik vereinfachen, denn Verpackungen in Standardgrößen lassen sich besser automatisiert verarbeiten und damit Kosten einsparen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, haben einige Unternehmen ihre Verpackungsgrößen bereits um bis zu 80 Prozent zusammengeschrumpft und die Größe von damit betrauten Consulting-Unternehmen überprüfen lassen. Nach Angaben einer dieser Consulting-Unternehmen müssten rund 15 Prozent der überprüften Verpackungen überarbeitet werden, um den Amazon-Richtlinien nachzukommen. Bei Verpackungen, die den Richtlinien nicht entsprechen, wird ein Zuschlag von 1,99 US-Dollar fällig. Hersteller, die die Vorgaben bereits vor Fristende umgesetzt hatten, erhielten pro verkaufter Ware in geforderter Verpackungsgröße eine Gutschrift in Höhe von einem US-Dollar.

Nach Angaben von Mike Kuebler, Technischer Direktor des Verpackungsspezialisten Smithers Pira, würden letztlich auch die Hersteller von den neuen Amazon-Verpackungsrichtlinien profitieren, weil deren Transport- und Verpackungskosten sinken würden. Der Zwang zur Umsetzung der Verpackungsrichtlinien verursache zunächst zwar "Schmerzen", würde den Herstellern letztlich aber einen Vorteil verschaffen. (olb)