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Amazon.com legt erneut kräftig zu

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Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com hat gegen den wirtschaftlichen Trend im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten dieses Jahres seinen Umsatz um 33 Prozent gesteigert und seine Verluste erneut kräftig verringert. Das teilte die in Seattle ansässige Gesellschaft am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Demnach wies Amazon.com für das dritte Quartal 2002 einen Verlust von 35,1 Millionen US-Dollar oder neun Cent je Aktie aus gegenüber roten Zahlen von 169,9 Millionen Dollar oder 46 Cent je Aktie im Juli-September-Abschnitt 2001. Der Umsatz stieg von 639,3 auf 851 Millionen US-Dollar und lag damit deutlich über den eigenen Prognosen von 780 bis 830 Millionen Dollar. Im Buch-, Musik- und Video-Geschäft stieg der Umsatz um 17 Prozent von 351 auf 412 Millionen US-Dollar.Klammert man zahlreiche Kostenfaktoren aus, verdiente Amazon.com in der Berichtszeit 27 Millionen Dollar gegenüber einem Verlust von 27 Millionen Dollar ohne Sonderfaktoren im dritten Quartal 2001.

Das Unternehmen legte im dritten Quartal in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan um mehr als 90 Prozent auf 264 Millionen Dollar zu. Jede der Länder-Sites wies Verkaufssteigerungsraten von mehr als 60 Prozent auf. Es fiel unter Ausklammerung von Sonderfaktoren ein kleiner Gewinn von 0,8 Millionen Dollar an gegenüber einem Verlust von 28 Millionen Dollar im dritten Quartal 2001.

Konzernchef Jeff Bezos zeigte sich hoch erfreut -- Amazon.com kann die Erwartungen für das Schlussquartal 2002 erneut steigern und prognostiziert jetzt einen Umsatz zwischen 1,325 und 1,425 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs zwischen 19 und 28 Prozent entsprechen würde. Der Gewinn soll unter Ausklammerung von Sonderfaktoren 70 Millionen Dollar bis 95 Millionen Dollar erreichen. Im kommenden Jahr geht die Gesellschaft von einem Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent aus und unter Ausklammerung von Sonderfaktoren von einem Gewinn von mehr als 200 Millionen Dollar.

"Wir haben die Preise in den vergangenen 15 Monaten fünf Mal gesenkt, und das funktioniert ganz einfach", erklärte Bezos. Tatsächlich scheint das Online-Kaufhaus, das zwischenzeitlich sogar in den Versandhandel mit Kleidung einsteigen wollte, mehr auf Masse als auf große Gewinnspannen zu setzen. Im Juli hatte das Amazon-Mutterhaus erstmals verkündet, dass für Einkäufe im Bestellwert von über 99 US-Dollar keine Versandkosten berechnet würden. Im August hatte der Online-Shop diese Schwelle sogar bis auf 25 US-Dollar gesenkt, ein Schritt, der nach Auffassung von Analysten erhebliche Kosten für Amazon mit sich bringt, aber den Umsatz erheblich angekurbelt hat. (wst)