Amazon.de passt nach Manipulationsvorwürfen Bewertungssystem an

Künftig können nur noch Kunden Rezensionen abgeben, die mindestens einmal bei dem Online-Händler eingekauft haben.

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  • dpa

Nach Beschwerden über Manipulationen hat Amazon.de sein System zur Bewertung von Produkten verändert: Künftig können nur noch Kunden Rezensionen abgeben, die mindestens einmal bei dem Online-Händler eingekauft haben, teilte das Unternehmen heute in München mit. Die Zulassung ist allerdings nicht an den Erwerb des bewerteten Produkts gebunden. Die deutsche Niederlassung des US-amerikanischen Konzerns bezeichnete den Schritt als Teil "kontinuierlicher Verbesserungen", der nichts mit den Vorwürfen zu tun habe.

Einige Fachverlage hatten laut Medienberichten – darunter in Telepolis – den Missbrauch der Bewertungsplattform beklagt. So monierte Galileo Press, dass Unbekannte offenbar mit gefälschten Kundenrezensionen bestimmte Titel beworben und andere gezielt in Misskredit gebracht hätten. Es handle sich um eine "regelrechte Kampagne", schreibt Verlagsleiter Tomas Wehren auf der Webseite des Unternehmens. Die Identität von mehr als 100 Rezensenten sei gefälscht, mehr als 150 Bücher und Videolernkurse seien betroffen. Amazon-Sprecherin Christine Höger äußerte sich zu diesem Bericht nicht. Sie erklärte, Manipulationsversuche seien auf einer offenen Plattform nicht vollständig zu verhindern, träten aber bei Amazon.de "sehr selten" auf.

Siehe dazu auch in Telepolis:

(dpa) / (anw)