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Amazon erläutert Pläne für neues Kundenservice-Zentrum in Berlin

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Der Online-Händler Amazon will von Juli an in Berlin ein neues Kundenservice-Zentrum einrichten. In den nächsten drei Jahren sollen dort bis zu 400 langfristige und weitere 400 saisonale Arbeitsplätze geschaffen werden. Amazon Deutschland will über das Call-Center künftig Fragen per Telefon, E-Mail sowie Chat beantworten. Ferner soll technischer Support für den E-Book-Reader Kindle und rund um digitale Musikwerke geboten werden. Die Einrichtung werde "von 6 Uhr morgens bis 24 Uhr abends sieben Tage der Woche" erreichbar sein, erklärte Tim Hickler, Leiter Kundenservice bei Amazon in Europa, am künftigen Sitz des Zentrums im Dom-Aquarée. Die geplante Berliner Niederlassung werde so das bereits bestehende Service-Zentrum in Regensburg ergänzen.

Rene Gurka, Geschäftsführer der Berlin Partner GmbH, Tom Hickler, Kundendienst-Chef Amazon Europa, Frank Billand, Mitglied der Geschäftsführung bei Union Investment Real Estate GmbH und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit stellten die Pläne für Amazons Kundenzentrum vor.

(Bild: Stefan Krempl / heise online)

Der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt, Klaus Wowereit, begrüßte die Entscheidung: "Wir freuen uns über jeden Arbeitsplatz, der sich hier in den unterschiedlichsten Bereichen etabliert." Amazon sei eine "absolute Erfolgsgeschichte". Noch handle es sich bei den Umsätzen, die übers Internet gemacht werden, aber um geringe Prozentsätze des gesamten Handels. Geschäfte in den Einkaufspassagen Berlins müssten daher keine Angst haben, dass sie wegen der Konkurrenz aus dem Netz nicht überlebten. Für Berlin sprach laut Hickler das Potenzial an gut ausgebildeten Mitarbeitern, die "exzellente Verkehrsinfrastruktur" und die "herausragende Kooperation" mit der Verwaltung. Auskünfte über Sonderkonditionen oder den ausgehandelten Mietpreis wollte der Manager nicht geben, da darüber Stillschweigen vereinbart worden sei.

Für den neuen Standort sucht Amazon übers Internet derzeit Mitarbeiter. Man interessiere sich vor allem für "viele Studenten", aber auch Stellen für Team-Manager, Finanzen, IT, Training und Qualitätskontrolle seien offen, führte Hickler aus. Interessenten könnten in dem zentral zwischen Hackeschen Markt und Alexanderplatz gelegenen Quartier vom 4. bis zum 27. Juli werktäglich zwischen 9.00 und 17.00 Uhr ohne Voranmeldung vorbeikommen, um nähere Informationen zu erhalten. Amazon bezieht in der Immobilie 8340 Quadratmeter, die zuvor Fox Mobile für sein Jamba-Geschäft mit Klingeltönen und Handy-Abos gemietet hatte. Das Bürohaus soll bis zum Ende des Jahres zu gut 92 Prozent ausgelastet sein.

Zusätzlich zum dem neuen Serviceangebot hat Amazon erst kürzlich die Eröffnung zweier neuer Logistikzentren im nordrhein-westfälchen Rheinberg und im bayerischen Graben bekannt gegeben, die im vierten Quartal 2011 ihren Betrieb aufnehmen sollen. Auch dort sind dem US-Konzern zufolge, der im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 36 Prozent aufwies und weltweit rund 38.000 Mitarbeiter beschäftigt, noch Positionen zu besetzen. Über einen möglichen Ausbau des Standortes Berlin wollte Hickler derzeit nicht spekulieren. In der Hauptstadt gibt es momentan rund 200 Dienstleistungs- und Servicezentren.

Rene Gurka, Geschäftsführer der Berlin Partner GmbH, Tom Hickler, Kundendienst-Chef Amazon Europa, Frank Billand, Mitglied der Geschäftsführung bei Union Investment Real Estate GmbH und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit stellten die Pläne für Amazons Kundenzentrum vor. (jk)