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Amazon erzielt Milliarden-Gewinn, Aktie gibt trotzdem nach

Amazon hat im Jahresvergleich einen Gewinnsprung auf 2,9 Milliarden US-Dollar hingelegt – Cloud sei Dank. Die Anleger sehen trotzdem trübe in die Zukunft.

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Amazon

(Bild: dpa, Nick Ansell/PA Wire)

Amazon macht dank des florierenden Internethandels und starker Nachfrage nach IT-Diensten weiter gute Geschäfte. Im dritten Quartal schoss der Gewinn im Jahresvergleich von 256 Millionen auf 2,9 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 2,6 Milliarden Euro, in die Höhe. Das gab der Konzern von Tech-Milliardär Jeff Bezos am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle bekannt. Die Umsätze kletterten um 29 Prozent auf 56,6 Milliarden US-Dollar.

Trotz des starken Wachstums reagierten Anleger enttäuscht auf die Geschäftszahlen des dritten Quartals und ließen die Aktie nachbörslich zunächst um über sechs Prozent sinken. Experten hatten mit einem höheren Umsatz gerechnet. Der Kurs war allerdings zuvor mehr als sieben Prozent fester aus dem US-Handel gegangen und steht auf Jahressicht massiv im Plus. Im September hatte Amazon sogar vorübergehend einen Börsenwert von mehr als einer Billion US-Dollar erreicht – als erstes US-Unternehmen nach Apple.

Gedämpfte Aussichten

Amazon konnte die Börsianer aber auch mit seinem Ausblick auf das vierte Quartal nicht überzeugen, das wegen des Weihnachtsgeschäfts traditionell besonders einträglich ist. Amazon stellte einen Umsatz zwischen 66,5 Milliarden und 72,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht und blieb damit deutlich unter den Erwartungen der Wall-Street-Analysten. Zudem gab es im dritten Quartal einen starken Kostenanstieg um 22 Prozent auf 52,8 Milliarden US-Dollar. Außerdem dürften angesichts zahlreicher Investitionen die Ausgaben hoch bleiben.

Starkes Cloud-Geschäft

Die kostspieligen Expansionen in etlichen Geschäftsbereichen hielten Amazon indes nicht vom Geldverdienen ab. So kann der Konzern weiter auf sein lukratives Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet bauen. Die Web-Plattform AWS, Amazons Ertragsperle, die Web-Services an Unternehmen verkauft und in diesem Bereich Marktführer ist, steigerte die Einnahmen um 46 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar.

Aber die Konkurrenz macht Druck – Microsoft Rivale Azure schaffte im jüngsten Quartal ein Umsatzwachstum von 76 Prozent. Dritter großer Wettbewerber im umkämpften Markt ist Google, der im umkämpften Cloud-Geschäft laut Geschäftszahlen des Mutter-Konzerns Alphabet nicht ganz überzeugen konnte. (olb)

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