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Amazon fördert Startups zum Ausbau des eigenen US-Zustelldienstes

10.000 US-Dollar sollen in den USA ausreichen, um Logistik-Partner von Amazon zu werden und einen jährlichen Gewinn von 300.000 US-Dollar zu erzielen.

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Amazon

(Bild: dpa, Christoph Schmidt)

Der Online-Händler Amazon wildert immer deutlicher im Revier seiner Zusteller. In den USA treibt der Konzern nun den Ausbau eines eigenen Zustelldienstes voran. Amazon forderte Unternehmer in einer Mitteilung vom Donnerstag zur Gründung kleinerer Lieferfirmen auf, die dann bis zu 40 Fahrzeuge mit Amazon-Logo betreiben sollten. Amazon verspricht den neuen Lieferdiensten "aktive Starthilfe" und einen operativen Gewinn von jährlich bis zu 300.000 US-Dollar.

Ein Invest vom 10.000 US-Dollar würden dafür reichen, heißt es auf der eigens dafür eingerichteten Webseite für "Delivery Service Partner". Mit der Zeit will Amazon so nach eigenen Angaben "hunderte" kleine Lieferfirmen gewinnen.

Der Konzern argumentiert derzeit, die wachsende Zahl der Paketzustellungen zwinge ihn zum Aufbau des eigenen Lieferdienstes, da die etablierten Zusteller FedEx, UPS und die US-Post mit dem steigenden Aufkommen nicht mehr Schritt halten könnten.

Schätzungen von Analysten zufolge überstieg die Zahl der Lieferungen in den USA im vergangenen Jahr die Marke von einer Milliarde. Nach Angaben des Wall Street Journal entfallen von zehn US-Dollar, die Online-Konsumenten ausgeben, im Schnitt mehr als vier US-Dollar auf Bestellungen bei Amazon.

Auch hierzulande hat Amazon bereits eigene Auftragszusteller am Start. Die geplante Ausweitung des Amazon-Lieferdienstes wird vor allem als Bedrohung für das DHL-Paketgeschäft der Post gesehen – deren wichtigster Großkunde Amazon ist. Da Amazon in der Regel Neuerungen im eigenen Land ausprobiert, bevor es diese dann über die Grenzen der USA hinausträgt, könnten die neuen Pläne in den USA die Post-Manager in Bonn womöglich hellhörig machen.

Die Post hatte erst kürzlich wegen Problemen in ihrem Brief- und Paketgeschäft eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr ausgegeben. Einer der Gründe hierfür liegt Zeitungsberichten zufolge bei Amazon selbst. Denn der US-Online-Händler ist Kunde und Rivale zugleich – DHL gingen durch Amazon-eigene Zustelldienste Millionen-Umsätze verloren, zudem setze Amazon durch das Umschwenken auf Zusteller wie Hermes den Bonner Logistikkonzern preislich unter Druck, hieß es. (olb)