Amazon fügt sich Preisforderungen des Großverlags Macmillan

E-Books von Macmillan sind ab sofort in der Preisspanne von 12,99 bis 14,99 US-Dollar im Online-Shop von Amazon zu haben. Der Einzelhändler hatte sich kurze Zeit gegen die Preisforderung des Großverlags gesträubt und dessen Bücher aus dem Verkaufsprogramm genommen.

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Von
  • Andreas Wilkens

Der US-amerikanische Online-Einzelhändler Amazon gibt im Disput mit dem US-amerikanischen Großverlag Macmillan nach und bietet nun wieder dessen Bücher an, und zwar zu den von Macmillan gewünschten Preisen. Amazon hatte die Bücher vorige Woche Freitag aus dem Verkaufsprogramm genommen, weil der Einzelhändler nicht Macmillans Preisforderungen für E-Books folgen wollte. In einer Amazon-Mitteilung vom gestrigen Sonntag heißt es, die E-Books des Verlags seien ab sofort für 12,99 bis 14,99 US-Dollar erhältlich. Amazon verlangt für digitale Bücher normalerweise 9,99 US-Dollar.

Da Macmillan ein Monopol auf seine Bücher habe, sah sich Amazon nach eigenen Angaben zur "Kapitulation" gezwungen. Dessen Bücher würden nun zu einem für E-Books "unnötig hohen Preis" angeboten, doch darüber sollten nun die Kunden entscheiden. Amazon geht davon aus, dass nicht alle anderen großen Verlage dem Beispiel Macmillans folgen werden. Viele unabhängige Verleger und selbstverlegende Autoren könnten die Möglichkeit wahrnehmen, sich durch "attraktive Preise" für ihre elektronisch veröffentlichten Werke hervorzuheben.

Amazon schließt seine Mitteilung mit dem Hinweis, dass es den E-Book-Reader Kindle als eine "Mission" auffasst. Das Unternehmen sei nie davon ausgegangen, dass sie einfach sein würde. Amazon ist Ende 2007 in das Geschäft mit E-Books eingestiegen. Wie viele Kindles das Unternehmen bisher verkauft hat, hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht. Bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen sagte Unternehmenschef Jeff Bezos lediglich, Millionen Menschen besäßen nun einen Kindle.

Macmillan, eine US-Tochter des deutschen Verlags Holtzbrinck, gehört so wie Simon & Schuster, Hachette, Penguin und Harper Collins zu den ersten Verlagen, die mit Apple kooperieren. Der IT-Konzern hatte vorige Woche sein iPad vorgestellt, das die Anwendung iBook zum Lesen von E-Books enthalten soll. Das Tablet soll in der günstigsten Version für 499 US-Dollar auf den Markt kommen, während Amazons Reader Kindle DX derzeit 489 US-Dollar kostet. (anw)