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Amazon patentiert Überwachungsservice mit Lieferdrohnen

Amazon sichert sich ein Patent auf "Überwachung durch Drohnen als Dienstleistung". Der Service soll mit einem Lieferdienst kombiniert werden.

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(Bild: Amazon)

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Amazon hat ein Patent auf "Überwachung durch unbemannte Luftfahrzeuge als Dienstleistung" bekommen. Das US-Patentamt genehmigte am 18. Juni das von Amazon bereits im Jahr 2015 eingereichte Patent. Dabei handelt es sich offensichtlich um für die Marke "Prime Air" geplanten Lieferdrohnen, die vor oder nach den Lieferungen für Überwachungsdienste eingesetzt werden könnten. Diese dürften lediglich Überwachungsaktionen von zuvor autorisierten Gebieten durchführen. Die Privatsphäre soll dabei geschützt sein.

Laut der Patentschrift soll eine zentrale Steuerungseinheit die Einsätze so planen, dass die Arbeitszeit und Akkulaufzeit der Lieferdrohnen optimal genutzt werden. Dabei sollen Methoden entwickelt werden, um Listen mit Überwachungszielen an die Drohnen zu schicken, benötigte Ressourcen live abzugleichen und die günstigste Route zu berechnen. Für potenzielle Kunden gäbe es eine Art Überwachungs-Abonnement, wobei sie das wöchentliche, tägliche oder stündliche Überfliegen von selbstgewählten Orten wählen würden. Die vollelektrischen Lieferdrohnen, die Amazon bald losschicken will, sollen eine Reichweite von rund 24 Kilometern erreichen und Pakete bis zu 2,3 Kilogramm bewältigen können.

Eine Grafik aus Amazons Patent auf "Überwachung durch unbemannte Luftfahrzeuge als Dienstleistung".

(Bild: Amazon/USPTO )

Die Fähigkeiten der Überwachungsdrohnen sollen die der traditionellen Überwachungskameras weitaus übertreffen. Das Erkennen von statischen und sich bewegenden Objekten soll durch speziell entwickelte Echtzeitbilderkennungssysteme möglich gemacht werden, so Amazon-Manager Jeff Wilke. Bei verdächtigem Verhalten käme dann eine Warnung per Telefon, E-Mail oder SMS an den Nutzer, einen Sicherheitsdienst, die Polizei oder Feuerwehr. Die Ausstattung der Drohne würde auch etliche Sensoren beinhalten, wie etwa einen chemischen Sensor zur Erkennung von Bränden oder Geräuschsensoren um verdächtigte Geräusche registrieren zu können. Infrarot- und Wärmebildkameras könnten auch die Wahrnehmungsfähigkeiten der Maschine erweitern.

Alle Überwachungsaktionen dürften nur auf zuvor autorisierten Gebieten durchgeführt werden. Dazu würde man aber zuerst eine Eigentumsbescheinigung und eine Einverständniserklärung von den in der Nähe lebenden Nachbarn benötigen. Des weiteren soll sichergestellt werden, dass keine Daten von unautorisierten Objekten aufgenommen werden. Zuhilfe käme hier die Geo-Fencing Technologie. Aufnahmen von Gebäuden oder Grundstücken, die dem Kunden nicht gehören, sollen unkenntlich gemacht oder gar im Nachhinein gelöscht werden können.

Zurzeit handelt sich bei der Drohnen-Überwachungsdienstleistung lediglich um ein genehmigtes Patent, das unter Umständen auch gar nicht umgesetzt wird. Die Erteilung von Patenten geschieht mehrere Jahre nach der Einreichung von Patentunterlagen und deshalb spiegelt es nicht zwingend die aktuelle Produktplanung von Amazon, so ein Amazon-Sprecher gegenüber der Zeitung The Independent. Erst vor paar Wochen stellte Amazon auf der re:Mars-Konferenz in Las Vegas eine Hexakopter-Lieferdrohne vor und gab bekannt, die Drohnen in einigen Monaten in Einsatz zu bringen. Bis zu dem Startpunkt von Prime Air könnte es vielleicht auch nähere Informationen zu dem Überwachungsdienst geben. (kamu)