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Amazon rutscht tiefer in die Verlustzone

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Der Tag des Geschäftsberichts versprach nichts Gutes – und er hielt es. Der Online-Retailer Amazon schloss das zweite Quartal 2000 mit einem Verlust von insgesamt 317,18 Millionen US-Dollar. Damit stieg der Verlust gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 130 Prozent. Pro Aktie bedeutet das einen Verlust von 91 Cent im zweiten Quartal 2000 gegenüber einem Verlust von 43 Cent im zweiten Quartal 1999.

Mit Gewinnen hatte auch wahrlich niemand gerechnet. So sahen sich die Analysten auch nur dadurch enttäuscht, dass Amazon nicht die erwarteten 585 Millionen US-Dollar an Verkaufserlösen einfahren konnte, sondern nur 577,9 Millionen US-Dollar. Etwas besser sehen die Zahlen aus, wenn man nur das operative Geschäft betrachtet: Dann schrumpft der Verlust auf 89,35 Millionen US-Dollar oder 33 Cent pro Aktie. Gegenüber den Ergebnissen im Vorjahresquartal von 67,25 Millionen US-Dollar Gesamtverlust oder 26 Cent Verlust pro Aktie bedeutet das eine nicht ganz so negative Entwicklung.

Allerdings konnte Amazon-Chef Jeff Bezos in einem Bereich auch von schwarzen Zahlen berichten: Der Verkauf von Büchern, Musik und DVDs sowie Videos brachte in den USA bei Erlösen von 385,26 Millionen US-Dollar einen Gewinn von 10,06 Millionen US-Dollar. Bezos sieht dies als gutes Zeichen und als Erfolg einer leicht veränderten Strategie: Nicht mehr nur ein besonders schnelles Wachstum sei erstrebt, sondern zunehmend auch Profitabilität. Im Übrigen sei an den Gerüchten über eine drohende Illiquidität des Unternehmens nichts dran: Amazons Finanzchef Warren Jenson sagte, dass man Ende dieses Jahres rund eine Milliarde US-Dollar Cash in der Kasse haben werde.

Das Vertrauen der Anleger in das Unternehmen hat der Geschäftsbericht jedenfalls nicht gestärkt: Während die Aktie am Dienstag bei Börsenschluss 37,63 US-Dollar kostete, ging ihr Preis am Mittwoch um 1,56 US-Dollar nach unten. Im nachbörslichen Handel fiel der Kurs sogar noch weiter bis auf 33,89 US-Dollar. (chr)