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Amazon soll E-Book-Verleih planen

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Amazon denkt offenbar über ein Verleih-Modell für digitale Literatur nach. Der Online-Händler versuche derzeit, Verlage für ein "Netflix für E-Books" zu gewinnen, berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen dem Wall Street Journal. Amazon ist mit seiner Kindle-Plattform Marktführer auf dem US-amerikanischen E-Book-Markt, in den USA verkauft das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen mehr digitale als gedruckte Bücher.

Laut Wall Street Journal sollen Amazon-Prime-Kunden kostenlosen Zugriff auf ein E-Book-Archiv bekommen, in dem sich vor allem ältere Titel finden sollen. Möglicherweise sollen Kunden aber nur eine begrenzte Anzahl E-Books pro Monat herunterladen können. Schon heute beinhaltet der US-amerikanische Prime-Service für 79 US-Dollar jährlich neben einem schnelleren Versand ein Nutzungsrecht für ausgewählte Filme und TV-Serien. In Deutschland, wo Amazon Prime 29 Euro pro Jahr kostet, gibt es diese Zusatzinhalte nicht.

Die von Amazon angesprochenen Verlage sollen auf den Vorstoß allerdings eher skeptisch reagieren, obwohl der Online-Händler angeblich mit dicken Geldbündeln lockt. Das Wall Street Journal erfuhr von Verlagsverantwortlichen, die Unternehmen fürchteten eine Kannibalisierung des lukrativeren Verkaufgeschäfts. Zudem könne eine "E-Book-Flatrate" den gefühlten Wert von digitaler Literatur in den Augen der Kundschaft schmälern. (jh)

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