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Amazon steigert Gewinn und gibt pessimistischen Ausblick

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Die Finanzkrise und die drohende Rezession, die gestern erneut die Wall Street nach unten zog und heute die Börse in Tokio in Panik versetzte, trübt die Stimmung bei den Internet-Anbietern deutlich ein: Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon blickt laut dpa trotz eines zuletzt kräftigen Gewinnsprungs mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Die Prognose des US-Konzerns für das wichtige Weihnachtsgeschäft fällt wegen der drohenden Rezession überraschend schwach aus. Für das Gesamtjahr warnte Amazon am Mittwochabend nach offiziellem Handelsschluss an den US-Börsen vor weniger Umsatz als bisher geplant und erschreckte seine Anleger massiv. Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel steil ab – so wie knapp eine Woche zuvor beim Online-Auktionshaus eBay nach ebenfalls schlechten Botschaften zur Weihnachtszeit.

Im dritten Quartal kletterte Amazons Nettogewinn noch stark um 48 Prozent auf 118 Millionen Dollar . Der Umsatz legte angetrieben von einem starken internationalen Geschäft um 31 Prozent auf 4,26 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn lag über den Erwartungen der Analysten, der Umsatz knapp darunter. Amazon profitierte erneut auch von Währungseffekten. Zahlen zu den Verkäufen des mit Aplomb gestarteten E-Book-Readers Kindle gab Amazon erneut nicht bekannt. Immerhin erklärte der Konzern aber, dass die Verkäufe von E-Books für den Kindle mittlerweile 10 Prozent aller Verkäufe an Büchern ausmachten, die gedruckt oder digitial vorlägen.

Für das Gesamtjahr 2008 erwartet Amazon nun ein Umsatzplus zwischen 24 und 31 Prozent auf 18,46 bis 19,46 Milliarden Dollar. Bisher hatte der Online-Händler 30 bis 35 Prozent Zuwachs erwartet. Für das derzeit laufende Schlussquartal des Geschäftsjahrs wagte Amazon nur eine sehr vage Prognose: Der operative Gewinn werde zwischen 145 und 305 Millionen Dollar ausfallen. Dies wäre im schlimmsten Fall ein Ergebniseinbruch um 46 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2007, im besten Fall ein Plus von lediglich 13 Prozent. Der Umsatz soll zwischen 6,0 und 7,0 Milliarden Dollar liegen – ein Plus zwischen 6 und 23 Prozent.

Die Aktie brach im nachbörslichen Handel um mehr als 14 Prozent ein. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor trotz eines sehr schwachen Gesamtmarktes nur knapp ein halbes Prozent auf 49,99 Dollar verloren. Amazon holt zusätzlich zur eigenen Produktpalette immer mehr Dritthändler auf seine Plattform. Damit fährt der Branchenprimus auf Kollisionskurs zu eBay, das neben den ursprünglichen Versteigerungen zunehmend auf Festpreisverkäufe setzt. Amazon erzielt mittlerweile fast die Hälfte seiner Umsätze im Ausland mit Deutschland als einem der weltweit wichtigsten Märkte. Das deutsche Online-Angebot feierte in diesen Tagen gerade sein zehnjähriges Bestehen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Amazon
in US-Dollar
Quartal Umsatz Gewinn/
Verlust
1/00 574 Mio. -308,4 Mio.
2/00 577,9 Mio. -317,18 Mio.
3/00 638 Mio. -240,5 Mio.
4/00 972,4 Mio. -545,1 Mio.
1/01 700 Mio. -234 Mio.
2/01 668 Mio. -168,4 Mio.
3/01 639 Mio. -170 Mio.
4/01 1.120 Mio. 5,09 Mio.
1/02 874,4 Mio. -23,2 Mio.
2/02 806 Mio. -93,6 Mio.
3/02 851 Mio. -35,1 Mio.
4/02 1.400 Mio. 2,6 Mio.
1/03 1.080 Mio. -10,0 Mio.
2/03 1.100 Mio. -43,0 Mio.
3/03 1.130 Mio. 15,6 Mio.
4/03 1.945 Mio. 73,6 Mio.
1/04 1.530 Mio. 111,0 Mio.
2/04 1.390 Mio. 76,0 Mio.
3/04 1.460 Mio. 54,1 Mio.
4/04 2.541 Mio. 346,7 Mio.
1/05 1.900 Mio. 78,0 Mio.
2/05 1.750 Mio. 52 Mio.
3/05 1.860 Mio. 30 Mio.
4/05 2.977 Mio. 199 Mio.
1/06 2.280 Mio. 51 Mio.
2/06 2.139 Mio. 22 Mio.
3/06 2.307 Mio. 19 Mio.
4/06 3.986 Mio. 98 Mio.
1/07 3.015 Mio. 111 Mio.
2/07 2.886 Mio. 78 Mio.
3/07 3.262 Mio. 80 Mio.
4/07 5.673 Mio. 207 Mio.
1/08 4.135 Mio. 143 Mio.
2/08 4.063 Mio. 158 Mio.
3/08 4.264 Mio. 118 Mio.

(jk)

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