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Amazon verlangt von Verlag Hachette mehr als nur Rabatte

Amazon verlangt von Hachette nicht nur größere Rabatte beim Einkauf, sondern auch zusätzliches Geld für einige Dienste, wie die Möglichkeit, Titel vorzubestellen. Der auf dem Rücken der Kunden ausgetragene Konflikt scheint derweil kein Ende zu nehmen.

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Die Lieferung des neuen Buchs von J. K. Rowling dauert in den USA zwei bis vier Wochen.

(Bild: Amazon)

In dem anhaltenden Streit mit Hachette geht es Amazon nicht nur um die Preise, die der Onlineversand für die Bücher des Großverlags zahlen muss. Wie die New York Times unter Berufung auf einen Verhandlungsteilnehmer – von Hachette – berichtet, fordert Amazon auch Geld für den Button zur Vorbestellung. Außerdem solle Hachette für personalisierte Empfehlungen zahlen und für einen Angestellten bei Amazon, der sich nur um Hachette kümmern solle. Ähnliche Deals hätten Verlage aber auch mit traditionellen Buchläden, die Geld dafür nehmen würde, um Bücher am Eingang zu platzieren. Da sich Hachette nun weigere, für diese Dienste beziehungsweise Leistungen zu zahlen, würde sie Amazon nach und nach nicht mehr anbieten.

Die US-Zeitung weist darauf hin, dass sich die Auswirkungen dieses Verhandlungskampfs derzeit etwa an dem neuen Buch der Harry-Potter-Schöpferin J. K. Rowling zeige. "The Silkworm", das sie unter dem Pseudonym "Robert Galbraith" am 19. Juni veröffentlichte, braucht laut Bestellseite zwei bis vier Wochen zum Kunden. Das gleiche Buch wird in Deutschland einen Tag nach der Bestellung ausgeliefert. Gleichzeitig gebe es aber auch im US-Shop Hachette-Bücher, die sofort lieferbar seien. Ein Ende der Auseinandersetzung ist jedenfalls noch nicht absehbar. Und bald stehen für Amazon weitere Verhandlungen mit US-Verlagen an, kündigt die New York Times an.

Der US-Komiker – und Hachette-Autor – Stephen Colbert hat sich des Konflikts auch schon angenommen.

(mho)