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Amazon wertet E-Book-Reader Kindle auf

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Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon bringt sich gegen Apple in Stellung. Eine Woche vor der erwarteten Vorstellung eines Tablet-PC von Apple macht Amazon sein E-Book-Lesegerät Kindl» attraktiver. Künftig sollen Software-Entwickler kleine Zusatzprogramme – mittlerweile allgemein Apps genannt – für den Kindle entwickeln. Die Apps will Amazon über seinen eigenen Online-Shop vertreiben. Im kommenden Monat startet dazu eine Testphase mit Programmierern. Der Computerspielekonzern Electronic Arts ist bereits an Bord.

Außerdem lockt Amazon unabhängige Autoren mit einem höheren Anteil am Verkaufserlös ihrer elektronischen Bücher. Sie sollen künftig 70 Prozent erhalten, etwa das Doppelte des bisherigen Erlöses. Dazu müssen sie sich aber verpflichten, den Preis der elektronischen Bücher niedrig zu halten. Ein Exemplar darf nur zwischen 2,99 und 9,99 Dollar kosten und muss mindestens 20 Prozent billiger als die Papierausgabe sein.

Amazon hatte es als erstes Unternehmen geschafft, ein Lesegerät für elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen erfolgreich auf den Markt zu bringen. Gleich mehrere Elektronikkonzerne kündigten Konkurrenzprodukte an; die meisten Erfolgschancen räumen Branchenbeobachter Apple ein. Offiziell hat der Konzern Spekulationen über einen sogenannten Tablet-PC zwar nicht bestätigt, aber für die kommende Woche zu einer Produktvorstellung eingeladen. Apple wird zugetraut, den Markt aufzumischen – wie zuvor mit dem portablen Audioplayer iPod und Smartphone iPhone.

Amazon bietet zwei Versionen seines Kindle an: eine größere namens «DX» mit einem Bildschirm von 9,7 Zoll (24,6 Zentimeter), die 489 Dollar kostet, eine kleinere mit 6-Zoll-Bildschirm für 259 Dollar. 320.000 Bücher sind verfügbar, allerdings fast nur in englischer Sprache. Seit wenigen Tagen können Autoren auch deutsche und französische Werke anbieten. (jk)

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