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Amazon will Flüchtlinge als Saisonkräfte einsetzen

10.000 Saisonkräfte wird Amazon für das diesjährige Weihnachtsgeschäft hierzulande brauchen. Derzeit laufen Gespräche mit Arbeitsagenturen, dabei auch Flüchtlinge einzusetzen, ließ Amazons Deutschlandchef durchblicken.

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(Bild: dpa, Peter Endig)

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Onlinehandels-Riese Amazon plant offenbar, in seinen deutschen Logistikzentren auch Flüchtlinge als Saisonarbeiter einzusetzen. "Bei Arbeitsagenturen und Flüchtlingen ist das Interesse enorm. Wir prüfen jetzt, wie sich das umsetzen lässt", erklärte Deutschland-Chef Ralf Kleber gegenüber der Wirtschaftswoche. Momentan liefen noch Gespräche mit den Arbeitsagenturen. Parallel dazu würden auch frühere Saisonkräfte wieder angesprochen.

Die Flüchtlinge sollen nach Klebers Worten den gleichen Lohn wie andere Beschäftigte erhalten. Der Einstiegslohn liege durchschnittlich bei 10,40 Euro die Stunde. "Wir müssten uns eher damit befassen, welche Zusatzleistungen wir anbieten, etwa Sprachkurse", führte er aus. Insgesamt belaufe sich der Bedarf fürs diesjährige deutsche Weihnachtsgeschäft auf rund 10.000 Arbeitskräfte. Eigenen Angaben nach hat Amazon 12.500 festangestellte Mitarbeiter in Deutschland.

Dass Streiks der Gewerkschaft Verdi die Weihnachtssaison trüben, scheint Kleber nicht zu fürchten. "Das Glatteis bereitet uns jedes Jahr weitaus mehr Kopfzerbrechen als die Verdi-Aktionen", sagte er der Wirtschaftswoche. Seit dem Frühjahr 2013 versucht Verdi mit Arbeitskämpfen, für die Mitarbeiter in den Amazon-Verteilzentren einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. (axk)