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Amazon will bis 2030 die Hälfte aller Pakete klimaneutral verschicken

Mit dem Projekt Shipment Zero setzt sich Amazon konkrete Ziele für den Umweltschutz: Zuletzt hatte Greenpeace das Unternehmen noch kritisiert

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Amazon

(Bild: dpa, Uli Deck/Symbolbild)

Der US-Versandhändler Amazon hat angekündigt, mehr für den Umweltschutz tun zu wollen und das Projekt Shipment Zero ins Leben gerufen. Bis 2030 soll die Hälfte aller Bestellungen klimaneutral versendet werden. Das hat das Unternehmen im firmeneigenen Blog bekanntgegeben.

Als langfristiges Ziel hat Amazon angegeben, zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umsteigen zu wollen. Das heißt, beim Transport sollen keine Treibhausgase verursacht werden oder die Emissionen werden durch Klimaschutzmaßnahmen an anderer Stelle kompensiert. Ein konkretes Zeitfenster dafür nannte das Unternehmen allerdings nicht. Um bis 2030 die Hälfte aller Bestellungen klimaneutral zu versenden, will Amazon unter anderem in Elektroautos, wiederverwendbare Verpackungen und erneuerbare Energien investieren. Auch die Zulieferer sollen in die Bemühungen einbezogen werden.

Noch in diesem Jahr will Amazon den eigenen CO2-Fußabdruck, also den Gesamtbetrag von Kohlenstoffdioxid-Emissionen, die das Unternehmen verursacht, veröffentlichen. Erkenntnisse darüber habe man in den vergangenen zwei Jahren gesammelt.

Zuletzt hatte Amazon eher negative Schlagzeilen in Sachen Umweltpolitik gemacht. Auch für seine Cloud-Dienste Amazon Web Services (AWS) hatte das Unternehmen das Ziel formuliert, diese in Zukunft zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben – und den Verbrauch schon heute zu 50 Prozent aus Erneuerbaren zu decken. Eine Untersuchung von Greenpeace war zu dem Ergebnis gekommen, dass die AWS-Rechenzentren in Virginia nur zu 12 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben würden. Amazon wies den Bericht zurück.

Schon 2017 war Amazon in einer Greenpeace-Untersuchung über Nachhaltigkeit in der IT-Branche schlecht weggekommen. Dort war der Versandhändler unter 17 untersuchten Firmen auf dem letzten Platz gelandet. Amazon sei in Sachen Transparenz und Umweltverträglichkeit seiner Kindle- und Fire-Geräte der größte Geheimniskrämer, hieß es in dem Bericht unter anderem. Der Konzern gebe weder Daten zur CO2-Bilanz frei noch veröffentliche er Informationen zu Chemikalien und Schadstoffen, kritisierte Greenpeace damals. (rbr)