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Amazons Kindle-Deal mit US-Außenministerium geplatzt

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Das US-Außenministerium hat ein geplantes Millionengeschäft mit Amazon über den Kauf von Kindle Touch Readern vor Vertragsunterzeichnung abgeblasen. Man wolle den Markt weiter sondieren und den eigenen Anforderungskatalog noch einmal überprüfen, teilte das Ministerium am Mittwoch in einer knappen Notiz mit.

Der Gesamtauftrag, der Mitte Juni bekannt wurde, sollte einen Wert von bis zu 16,5 Millionen US-Dollar (rund 13,4 Millionen Euro) umfassen. Geplant war, dass die US-Regierung Amazon innerhalb von fünf Jahren bis zu 35.000 Kindle Touch Reader inklusive jeweils 50 E-Books abkauft. Diese sollten im Rahmen eines Bildungsprogramms weltweit in Bibliotheken und Bildungszentren eingesetzt werden. Wenige Tage nach Bekanntwerden geriet der Deal jedoch ins Wanken, eine angesetzte Pressekonferenz mit Amazon-Chef Jeff Bezos und US-Außenministerin Hillary Clinton fand gar nicht erst statt.

Grund dafür könnte ein Protest des US-Blindenverbands gewesen sein, der sich gegen die mangelnde Barrierefreiheit des Kindle richtet: So ließe sich die Sprachausgabe ausschließlich über eine Menüsteuerung aktivieren, die nur von Sehenden bedient werden kann. Den US-Bundeseinrichtungen ist Barrierefreiheit bei der IT-Beschaffung aber seit 1986 vorgeschrieben. Der Blindenverband kündigte damals an, auch vor einer Klage nicht zurückzuschrecken.

Eine über die Notiz hinausgehende Begründung für den Schritt gab das Außenministerium bislang nicht ab. Das Onlinemagazin Paid Content zitiert die Stellungnahme eines Sprechers, dass nach der Rücknahme nun wieder ein Anfrageverfahren starte, an dem alle potentiellen Lieferanten teilnehmen könnten. (axk)