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Amazons Roboterarmee wächst um fast 50 Prozent in einem Jahr

45.000 Roboter setzt Amazon in rund 20 Logistikzentren weltweit ein, während es in der Vorweihnachtszeit 2015 erst 30.000 waren. Die Zahl menschlicher Mitarbeiter belief sich damals auf 230.000.

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(Bild: Amazon)

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In die Waren- und Logistikzentren des Online-Händlers Amazon halten immer mehr Roboter Einzug. Die Menge der beweglichen Maschinen, die in circa 20 Auslieferstätten weltweit automatisch ganze Regale voller Pakete durch die Hallen fahren, ist in den vergangenen zwölf Monaten um fast 50 Prozent auf 45.000 bis zum Jahresende 2016 angestiegen. Dies berichtet die Seattle Times. Im Weihnachtsgeschäft 2015 hatte der US-Konzern 30.000 Automaten im Einsatz, 2014 waren es 15.000.

Ob die menschliche Belegschaft ähnlich stark gewachsen ist, will das Unternehmen erst zusammen mit den Umsatzzahlen in einigen Tagen bekanntgeben. Es deutet aber einiges darauf hin. So meldete Amazon laut dem Bericht für die Zeit von Mitte 2015 bis Ende September 2016 ständig steigende Mitarbeiterzahlen, die auf zwölf Monate umgerechnet ein Plus von 46 Prozent ergeben. Saisonarbeiter sind dabei noch nicht eingerechnet. Ende 2015 belief sich die Mitarbeiterzahl auf 230.000.

Bei den Robotern handelt es sich um orangefarbene, rund 150 Kilogramm schwere, 8 km/h schnelle und nicht sonderlich hohe Lastenträger, die von der Amazon-Tochter Kiva Systems stammen. Amazon hatte den Hersteller aus Boston 2012 übernommen. Neben den Toaster-ähnlichen Maschinen verrichten in den Verteilerzentren unter anderem die gelben Greifarme "Robo-Stow" der japanischen Firma Fanuc ihre Tätigkeit, die Lasten bis zu 1200 Kilogramm bewegen können.

Bislang sind letztlich vor allem Menschen in den Warenhallen damit beschäftigt, Güter auszuwählen, zu verpacken und versandfertig zu machen. Dabei kommt es hierzulande immer wieder zu Fehden mit Gewerkschaften. Amazons Finanzchef Brian Olsavsky meinte im April, dass er noch keinen "allgemeinen Trend" ausmachen könne, wie und wo Roboter weiter ihre Dienste verrichten sollten: "Wir haben vielfach ihren Automatisierungsgrad, die Größe und die Reichweite geändert", konstatierte er. Es handle sich um einen Lern- und Wachstumsprozess.

Einige Logistikzentren waren Olsavsky zufolge schon damals komplett mit Robotern ausgerüstet, andere nutzten gar keine, da offenbar die dort umgesetzte Warenmenge nicht groß genug sei. Mittlerweile hat Amazon einen kassiererlosen Laden in Seattle eröffnet und erstmals eine Bestellung mit einer Drohne in Großbritannien ausgeliefert. Laut einem Patent des Konzerns könnten künftig auch Luftschiffe als fliegende Lagerhäuser dienen, von denen aus unbemannte Flugobjekte Pakete verteilen. (anw)