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Amazons hauseigener ARM64-Prozessor "Graviton" für die AWS-Cloud

Ab sofort können AWS-Kunden Cloud-Instanzen auf Servern mit einem selbst entwickelten ARM-Prozessor der Amazon-Sparte Annapurna Labs buchen.

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Amazons hauseigener ARM64-Prozessor "Graviton" für die AWS-Cloud

ARM64-Serverprozessor Graviton alias AL73400 von der Amazon-Sparte Annapurna Labs.

(Bild: Amazon)

Nach Cavium (ThunderX2), Qualcomm (Centriq 2400) und Huawei (HiSilicon Hi1616) schickt nun auch Amazon einen 64-Bit-ARM-Prozessor für Server ins Rennen: Den Graviton alias AL73400 von der 2015 übernommenen Firma Annapurna Labs. Damit wächst die Konkurrenz zu Intels etablierten Xeons und auch zum AMD Epyc.

Fünf verschiedene "A1"-EC2-Instanzen auf Graviton-Servern lassen sich in den AWS-Regionen beziehungsweise Rechenzentren US East (N. Virginia), US East (Ohio), US West (Oregon) und Europe (Ireland) buchen. Die Konfigurationen reichen von 1 vCPU und 2 GByte RAM bis zu 16 vCPUs und 32 GByte. Erste Testnutzer berichten, beim AL73400 handele es sich um einen 16-Kern-Prozessor.

Billiger als x86

Laut Blog-Einträgen der Amazon-Mitarbeiter James Hamilton und Jeff Barr sollen A1-Instanzen vor allem billiger sein als solche auf x86-Prozessoren. Demnach eignen sie sich besonders für Scale-Out-Workloads, bei denen sich die Last gut auf viele schwächere Instanzen verteilen lässt. Barr nennt Microservices, die in Containern laufen, Webserver, Entwicklungsumgebungen und Cache-Server.

Zu technischen Eigenschaften des Gravitons gab Amazon bisher keine detaillierten Auskünfte. Bisherige Annapurna-Labs-Prozessoren wie der AL314 kommen vor allem in Storage-Servern und NAS zum Einsatz; der AL212 mit integriertem 10-Gigabit-Ethernet-Controller ermöglicht relativ günstige NAS mit 10GE-Anschluss.

Amazon EC2 Nitro: Auf der Nitro-Card verschlüsselt ein Annapurna-Labs-Chip die Daten auf NVMe-SSDs.

(Bild: Amazon AWS)

Amazon EC2 Nitro

Die A1-Instanzen gehören zum neuen "Nitro-System", das Amazon in den AWS-Rechenzentren installiert. Es soll flexiblere Konfigurationen erlauben und auch direkten "Bare-Metal"-Zugriff auf die Hardware, etwa auf schnelle, verschlüsselte NVMe-SSDs. Ähnliche wie Google (Titan) und Microsoft (Cerberus) für Azure nutzt auch Amazon einen eigenen Nitro-Sicherheits-Chip als Vertrauensanker. Vor allem kommt der von Amazon entwickelte Nitro Hypervisor zum Einsatz.

Auf den Nitro-Systemen gibt es auch die AMD-Epyc-Instanzen M5A und R5A mit 2 bis 96 CPU-Kernen und bis zu 768 GByte RAM. Auf Nitro-Systemen mit Xeon Platinum 8176M sind in der Instanz "High Memory" 448 logische Prozessoren und bis zu 12 TByte RAM zu haben. (ciw)

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