Analoge TV-Ausgabe kann gesperrt werden

Die digitale Filmausgabe wird seit geraumer Zeit per HDCP gegen unerlaubtes Kopieren am HDMI-Port geschützt. Nach einem Erlass der US-Regulierungsbehörde FCC soll nun die analoge Ausgabe beim Fernsehempfang blockiert werden können.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 281 Beiträge
Von
  • Ulrike Kuhlmann

Die digitale Filmausgabe wird seit geraumer Zeit per HDCP gegen unerlaubtes Kopieren am HDMI-Port von Fernsehern und Abspielgeräten wie DVD- und Blu-ray-Playern geschützt. Künftig soll die analoge Ausgabe blockiert werden können: Die Federal Coumminications Commission (FCC) hat nach zweijährigem Ringen dem Begehren der Hollywood-Studios nachgegeben (PDF) und den Kopierschutz auch für analoge Signalausgänge an Settop-Boxen erlaubt. Das wäre anders als bei HDMI nur über den direkten Eingriff in die TV-Receiver und Fernseher möglich. Deshalb sollen die Film- und Sendeanstalten die TV- und Filmausgabe bei Bedarf auf die per HDCP kopiergeschützten Digitalausgänge limitieren können.

Hintergrund sind die Umsatzeinbußen bei DVDs und Blu-ray Discs. Sobald Filme oder TV-Serien erstmals ausgestrahlt wurden, bricht der Absatz der Silberscheiben mit den Serien und Filmen ein. Deshalb würden künftig keine und nur sehr wenige aktuelle Filme ausgestrahlt, und dies sei nicht im Sinne der – ehrlichen – Zuschauer, begründete die Hollywood-Riege ihre seit Mai 2008 anhängige Klage gegen den SOC-Bann (selectable output control) der FCC.

Verbraucherorganisationen wie Public Knowledge und die Consumer Electronic Association (CEA) haben sich bereits gegen den Erlass verwehrt. Die Inhalteanbieter hätten an keiner Stelle Beweise für illegale Kopien erbracht, die über ungeschützte analoge Signalanschlüsse gezogen und im großen Stil über das Internet verbreitet worden seien, erklärte Gigi Sohn von Public Knowledge in einem Interview mit ars technica. Die US-Regulierungsbehörde habe die Interessen der großen Medienunternehmen über die Interessen der Anwender gestellt. Der Erlass gäbe den großen Firmen erstmals Kontrolle über die Endgeräte der Anwender, um Filme oder TV-Serien zu sperren. Außerdem würden damit nur zahlungskräftige Zuschauerkreise, die bereits Fernseher mit digitalen HDMI-Anschlüssen haben, Zugang zu aktuellen Serien und Filmen erhalten, während die Besitzer älterer rein analoger Geräte ausgegrenzt würden.

Der neue Erlass des SOC ist mit einigen Auflagen verbunden. So soll die Blockade maximal 90 Tage nach erstmaliger Ausstrahlung oder mit dem Erstverkaufstag der Silberscheiben enden – je nachdem, was zuerst eintritt. Ausnahmen von der gesperrten Ausgabe müssten für Hörgeschädigte zugänglich sein, die auf spezielle Geräte für die Analogausgabe angewiesen sind. Außerdem fordert die FCC nachvollziehbare Sperrungskriterien und sie will nach zwei Jahren prüfen, wie sinnvoll das Verfahren im Hinblick auf Raubkopien tatsächlich ist. (uk)