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Android 4.2 bringt Videostreaming, Mehrbenutzer und Swype

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An Halloween und Sankt Martin verteilt Google keine Süßigkeiten, sondern benennt die neue Android-Version 4.2 für Tablets und Smartphones nach den gleichen Zuckerbonbons wie 4.1: Jelly Bean. Unter der Haube tut sich aber einiges, so gibt es eine Mehrbenutzer-Unterstützung und endlich systemweites Streaming. Mitte November soll zusätzlich Google Music nach Deutschland kommen.

Endlich ein systemweites Streaming wie Apples AirPlay: Bisher musste jede App sich komplett selbst um ein Streaming per DLNA oder ähnliches kümmern.

(Bild: Google)

Die vielleicht praktischste Neuheit ist die Benutzerverwaltung. Schließlich teilen sich viele Nutzer ihren Flachrechner mit der Familie oder mit Kollegen. Unter Android 4.2 lassen sich "mehrere" Nutzerkonten einrichten, eine maximale Anzahl nennt Google nicht. Das funktioniert laut Google nur auf Tablets, nicht auf Smartphones.

Jeder Nutzer hat einen eigenen Homescreen, seine eigene App-Sammlung, Spielstände und Medien. Einstellungen wie die Mail- und Social-Media-Konten nennt Google zwar nicht explizit, sie dürften aber ebenfalls getrennt sein. Damit wäre die Benutzerverwaltung ähnlich praktisch wie bei Windows. Apples iPad-Betriebssystem iOS bietet keine Multi-User-Funktion.

Videos und Fotos kann man per Miracast an entsprechend ausgerüstete Empfänger senden. Das ist ein Standard der Wi-Fi Alliance, der allerdings noch von keinem Gerät unterstützt wird. Wie The Verge berichtet sollen die Empfänger unter 100 US-Dollar kosten, einige TV-Hersteller wie LG wollen sie direkt in ihre Fernseher einbauen. Reine Audio-Empfänger sind (anders als bei Apples ähnlich aufgebautem AirPlay) nicht vorgesehen.

Die Wischtastaturen Swype, Swiftkey & Co. bewähren sich seit Jahren, nun baut Google sie direkt ins Betriebssystem.

(Bild: Google)

Renoviert hat Google die virtuelle Tastatur, sie unterstützt nun direkt eine Swype-ähnliche Wischtechnik, bei der man die Buchstaben eines Worts nicht einzeln tippt, sondern ohne den Finger anzuheben über die Tastatur fährt. Einige Android-Geräte beispielsweise von Samsung haben das schon eingebaut.

Android 4.2 erlaubt nicht nur das Erstellen von Panoramafotos, sondern auch eine interessante Ansicht aus verschiedenen Blickwinkeln.

(Bild: Google)

Die neue Panorama-Funktion bietet Android nun ebenfalls, aber sie geht über das einfache Stitching von Fotos hinaus: "Spheres" erlaubt es, beim Betrachten der Panoramen auch nach oben und unten zu schauen und sich zu drehen – wie man das von StreetView kennt. Diese Spheres kann man per Google+ teilen und auch auf Google Maps einstellen. Ein paar Beispielsphären will Google bereitgestellt haben, doch der Link funktioniert noch nicht.

Programmierer können ihre Notifications nun um Aktionen erweitern und dem Anwender direkt eine Reaktionsmöglichkeit auf eine Statusmeldung bieten.

(Bild: Google)

Darüber hinaus hat Google die Benachrichtigungen um Reaktionsmöglichkeiten erweitert. Eine App kann direkt mehrere Reaktionen auf eine Statusmeldung anbieten. Als Beispiel nennt Google den Kalender: Bei einer Terminerinnerung können Anwender nun direkt aus der Statuszeile entweder den Alarm verschieben (Snooze) oder eine Mail an alle mit dem Termin verknüpften Kontakte schreiben.

Ausgeschaltete Geräte können per Daydream, einer Art erweitertem Bildschirmschoner, Fotos, Aktienkurse und ähnliches zeigen – was natürlich den Akku belastet und eher für eingedockte Geräte oder in Steckdosennähe empfehlenswert ist.

Google Now hat eine Verbesserung erfahren und gibt nun über noch mehr Situationen Auskunft – den Dienst gibt es seit Android 4.1, er versucht, Antworten auf noch gar nicht gestellte Fragen zu liefern. Beispielsweise erkennt das Handy automatisch anhand der Bewegungsinformationen die typischen Arbeitszeiten und gibt rechtzeitig Auskunft über die Verkehrslage auf dem Arbeitsweg.

Android 4.2 wird auf den zwei Neulingen Nexus 4 und Nexus 10 ausgeliefert, doch bei den neuen Versionen des Nexus 7 spricht das deutsche Datenblatt weiter von 4.1. Update-Terminen für schon verkaufte Nexus-Modelle wie das Galaxy Nexus und das Nexus S hat Google noch nicht bekannt gegeben. Erfahrungsgemäß dauert es viele Monate, bevor andere Smartphones und Tablets ein Update bekommen – falls überhaupt. Derzeit laufen die meisten Smartphones noch mit Android 2.3, und nur wenige werden 4.0, geschweige denn 4.1 oder 4.2 bekommen.

Update 19:30 Uhr: Laut der Einstiegsseite zum Nexus 7 soll es mit Android 4.2 ausgeliefert werden, im Datenblatt steht weiterhin 4.1 (jow)

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