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Android 5.0 mit neuem Design und Notification-Kontrolle

Ein paar interessante Details zur nächsten Android-Version hat Google nun enthüllt, und es gibt auch erste Hinweise darauf, welche Geräte ein Update auf Android 5.0 Lollipop bekommen. Update: Sony, Nvidia.

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Lutscher statt Löwen, Google-Marketing wieder ohne Zuckerhändler.

Die vielleicht schönste Neuerung von Android 5.0 – so lautet die offizielle Nummer der als Android L auf der Google I/O angekündigten Version – ist der Name: nicht Lion, sondern Lollipop. Google führt also die Tradition weiter, die Versionen nach Süßigkeiten zu benennen, verzichtet aber auf eine weitere Werbekooperation. Android 4.4 hieß Kitkat, in Kooperation mit dem durchaus umstrittenen Konzern Nestlé.

Die augenfälligste Änderung ist das Design von Oberfläche und Apps, Material Design genannt, das bereits auf der Google I/O ansatzweise gezeigt wurde. Ein paar neue Screenshots zeigt die Bilderstrecke; alles wirkt aufgeräumt, klar, schnörkellos – und knallbunt.

Android 5.0 (8 Bilder)

Apps zeigen wahlweise auf dem Sperrschirm nur einen kurzen Hinweis an; für die komplette Meldung muss man das Gerät entsperren.

Statusmeldungen (Notifications) erscheinen nun auf dem Sperrbildschirm, wobei für jede App einzeln einstellbar ist, ob die Meldungen gar nicht, in voller oder in reduzierter Form erscheinen; auch lassen sie sich direkt beantworten. Die neue Stummschaltung unterdrückt Nachrichten und Anrufe entweder komplett oder für eine einstellbare Zeitspanne, priorisierte Meldungen kommen dabei wahlweise immer durch. Zusätzlich gibt es eine Liste aller nicht bearbeiteten Statusmeldungen.

Ein Gastmodus soll es anderen Nutzern erlauben, einen eingeschränkten temporären Account anzulegen; zusätzlich kommt die auf Tablets schon länger vorhandene Multiuser-Funktion auch auf Smartphones. Will man anderen nur kurz etwas zeigen, lässt sich der aktuelle Bildschirm feststellen, sodass andere Nutzer nur dieses Bild sehen, ohne etwas anderes machen zu können.

Auch die 64-Bit-Unterstützung ist bekannt. Das verspricht zwei Vorteile, nämlich Geräte mit mehr als 4 GByte Speicher und potenziell schnellere Apps. Ersteres nutzen Nexus 6 und 9 nicht, die Ehre des ersten Tablets mit so großem Speicher überlässt Google also einem anderen.

Apps werden einerseits schneller, weil ein 64-Bit-Prozessor größere und im Fall der ARM-Architektur mehr Register hat als bisherige. Auch beherrschen die Prozessoren meist zusätzliche Tricks. Andererseits steigt der Speicherbedarf, weil größere Daten zu schaufeln sind. Welcher Effekt überwiegt, hängt von vielen Details ab und ist somit vom Prozessor und von der einzelnen App abhängig. An nativen Apps will Google unter anderem Chrome, GMail, Calendar, Play Music mitliefern.

Immerhin: Androids Java-Code landet nicht als kompilierter Maschinencode auf den Geräten, sondern entweder per Dalvik-Runtime als Pseudocode oder wird auf dem Gerät per ART-Runtime kompiliert. Beides führt dazu, dass Apps anders als beispielsweise bei x86-Code quasi automatisch von Maschinencode-Erweiterungen und einer größeren Registerzahl profitieren, ohne dass der Entwickler Hand anlegen müsste.

Wie schon angekündigt kommen Neugeräte mit voreingestellter Verschlüsselung. Zu erwarten ist, dass auch die mit Android 4.4 eingeführte Restriktion beim Zugriff auf eine SD-Karte bestehen bleibt – Apps können dann nur noch in ihr privates Verzeichnis schreiben, nicht mehr auf die ganze Karte. Ob die Workarounds funktionieren, die viele Dateimanager und andere Apps inzwischen gefunden haben, wird sich erst zeigen, wenn Android 5 auf einem Gerät mit SD-Slot läuft – also auf einem anderen als den Nexus-Geräten.

Um ein Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen ist nun ein Passwort erforderlich. Damit soll sich der bereits vorhandene Diebstahlschutz über den Android Geräte-Manager nicht mehr so einfach aushebeln lassen. Über den Geräte-Manager lässt sich bereits jetzt das Gerät aus der Ferne Sperren und Löschen. Google hatte diesen Kill-Switch vor einiger Zeit versprochen, besonders in den USA drängt der Gesetzgeber auf einen besseren Diebstahlschutz.

Das SDK will Google zum Wochenende veröffentlichen. Einige Details sind auf den Preview-Seiten schon beschrieben.

Google hat schon im Blogeintrag versprochen, dass das Nexus 5, 7 und 10 Updates auf Android 5 bekommen, an anderer Stelle erwähnen sie auch das Nexus 4. Auch die als Play-Edition erhältlichen Geräte HTC One M8 und Motorola Moto G bekommen das Update – und somit wohl mit Verzögerung auch die hierzulande erhältlichen normalen Versionen. Zur vorigen Play-Generation mit HTC One (M7), Sony Z Ultra und Samsung Galaxy S4 gibt es noch keine Information.

Motorola hat angekündigt, dass das Moto X (1. und 2. Generation), das Moto G (1. und 2. Generation) und Moto E Android 5.0 bekommen.

[Update 20 Uhr] Sony hat im Firmenblog angekündigt, dass eine ganze Reihe Geräte Android 5 bekommen: Zuerst das Z Ultra Google Play, Anfang 2015 folgen dann erste Geräte der Reihen Xperia Z3 und Z2, später andere. Die gesamte Liste: Xperia Z, Xperia ZL, Xperia ZR, Xperia Tablet Z, Xperia Z1, Xperia Z1S, Xperia Z Ultra, Xperia Z1 Compact, Xperia Z2, Xperia Z2 Tablet, Xperia Z3, Xperia Z3v, Xperia Z3 Compact und Xperia Z3 Tablet Compact.

[Update 17.10., 14:30] Nvidia will laut Twitter das Shield-Tablet (siehe Test in c't 22/14) auf 5.0 updaten.

[Update 20.10., 17:00] HTC bringt laut einem unbestätigten Blogeintrag im Januar oder Februar Updates für das One M8 und M7, später folgen das Desire Eye, das Butterfly 2, das One E8 sowie die Dual-SIM-Varianten des M7, M8 und E8. Ab März das One Mini 2 und Desire 816, noch später das One Max, One Mini und Butterfly S. Bei den nicht genannten Geräten sei teils noch nicht entschieden, ob es ein Update geben wird. Schon Ende November gibts Android 5.0 für die Google-Play-Editions des One M7 und M8, die allerdings in Deutschland nicht lieferbar sind. (jow)