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Android 6.0 Marshmallow kommt Anfang Oktober

Google hat nicht nur neue Hardware gezeigt, sondern Details zu Android 6.0 Marshmallow verraten: Einige Nexus-Geräte bekommen das Update schon in einer Woche.

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Android 6 bietet je nach Tageszeit andere Favoriten-Apps an.

Google hat außer den beiden neuen Smartphones Nexus 5X und Nexus 6P am heutigen Dienstagabend auch weitere Details zu Android 6.0 Marshmallow genannt. So soll es schon kommende Woche an die Nexus-Smartphones 5 und 6, die Nexus-Tablets 7 und 9 sowie den Nexus Player ausgeliefert werden. Die anderen Hersteller dürften wie immer noch ein paar Wochen oder eher Monate für die Updates benötigen.

Android 6.0 unterstützt nun direkt einen Fingerabdruckscanner, der das Gerät entsperren und Käufe im App-Store sowie per (hierzulande noch nicht nutzbarem) Android Pay autorisieren kann. Auch der Sicherheit dient verified boot: Das System überprüft bei jedem Start die Firmware und warnt bei Modifikationen – womit wohl auch Rootings und CustomROMs gemeint sind.

Android 6 Marshmallow (18 Bilder)

Android M - Developer Preview

Das Material Design hat sich von Android Lollipop zu M nur in einigen Details verändert...

Google installiert ein Viertel weniger eigene Apps, um das System schlank zu halten – wer sie doch benötigt, lädt sie sich herunter. Interessanterweise rudert Google hier zurück, hieß es doch vor einigen Monaten erst, dass Hersteller nun mehr Google-Apps als vorher installieren müssen. Ob die anderen Hersteller diese neue Schlankheit übernehmen und auf die Vorinstallation nerviger Bloatware verzichten, darf allerdings bezweifelt werden.

Die wichtigste Neuerung ist die lange überfällige Renovierung des Rechtesystems durch Android M. Statt den Nutzer bei der Installation mit einer langen Liste von unverständlichen Rechten zu quälen, installieren sich Apps nun ohne Rückfrage. Nutzen sie ein Recht wie den Zugriff auf die Kontakte oder GPS das erste Mal, müssen sie den Nutzer fragen, ob er das erlaubt. Dabei dürfen sie eine kleine Erklärung abgeben, warum sie das Recht gerade jetzt benötigen. Der Nutzer kann dann entscheiden, was die App darf. Apps müssen daher nun so programmiert sein, dass sie mit einer Ablehnung des Rechts klar kommen. Einige CustomROMs sind schon jetzt in der Lage, Apps einzelne der angeforderten Rechte wieder zu entziehen, aber weil die Apps nicht darauf vorbereitet sind, stürzen sie ab oder zeigen Fehler.

Das Backup soll nun besser funktionieren: Ein Restore auf einem neuen Gerät soll nun tatsächlich die Einstellungen und Daten aller Apps übernehmen – und nicht wie jetzt nur die von einigen wenigen. Eine neue Speicherverwaltung macht das Einbinden von SD-Karten mächtiger.

Die Speicherkartenanbindung von Android M (7 Bilder)

Beim Anstecken von USB-Geräten fragt Android M nach, was es tun soll: Den Speicher wie bisher als "tragbaren Speicher" benutzen, dann können nur wenige Android-Apps drauf zugreifen. Oder neu, als internen Speicher (adoptable storage): Dann formatiert Android die Karte und man kann sie wie internen Speicher für Apps und Daten nutzen. Endlich. Bei SD-Karten dürfte das ähnlich sein, allerdings wissen wir noch nicht, ob und wann diese Nachfrage kommt.

Auch die erweiterte Suche Now On Tap war schon bekannt: Nutzer können nun die Google-Suche direkt aus einer App aufrufen; Android schickt dann den in der App angezeigten Text an Google. Die Sprachsuche kann nun direkt vom Lockscreen gestartet werden.

Dem Stromsparen nimmt sich Android 6 auch an. Der neue Doze-Modus legt Apps nach einem ausgeklügelten System länger schlafen, wenn man sie weniger nutzt und wenn das Smartphone im Standby ist. Über 30 Prozent länger halte es im Standby, verspricht Google. Die per USB-Typ-C-Buchse mögliche Schnellladung erkennt das System von sich aus und zeigt das entsprechend an – die herstellerspezifischen Schnelllade-Techniken wären damit überflüssig. (jow)