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Android-App "Mobiles Bezahlen": Sparkassen stellen Authentifizierung um

Nutzer der Sparkassen-App geben NFC-Zahlungen demnächst am Handy frei. Dafür müssen die virtuellen Karten getauscht werden.

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(Bild: Sparkasse)

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Die Sparkassen stellen ihre "Mobiles Bezahlen"-App für Android auf ein neues Autorisierungsverfahren um. Künftig können Sparkassen-Kunden ihre kontaktlosen Zahlungen mit den in der App hinterlegten virtuellen Karten durch die im Smartphone eingestellte Entsperrmethode autorisieren. Die Eingabe der Karten-PIN am Bezahlterminal ist dann nicht mehr nötig.

Beim kontaktlosen Bezahlen von Beträgen ab 25 Euro wird die Autorisierung der Zahlung durch den Kunden verlangt. Bisher erfolgt das in der Regel über die Eingabe der Karten-PIN am Terminal im Laden. Je nach gewählter Anwendung und eingesetzter Karte ist es aber auch möglich, die Zahlung per Fingerabdruck oder mit der Eingabe der Geräte-PIN auf dem Smartphone freizugeben.

Die Sparkassen stellen ihr Verfahren nun auf die Autorisierung am Smartphone um. Dann müssen Kunden "jede Zahlung – unabhängig von der Betragshöhe – mit der im Smartphone hinterlegten Entsperrfunktion" freigeben, heißt es bei den Sparkassen. Dafür kann der Fingerabdruck eingesetzt werden, nicht aber die automatische Gesichtserkennung. Auch das Entsperrmuster oder die Geräte-PIN können zur Autorisierung von Zahlungen genutzt werden. Wenn keine Entsperrmethode eingestellt ist, lassen sich die in der App hinterlegten Karten nicht aktivieren.

Mit dem neuen Verfahren können Nutzer eine Zahlung auch vorab autorisieren. Wenn das Smartphone kurz vor dem Bezahlvorgang entsperrt wird, gilt das als Autorisierung. Eine Entsperrung ist nach Angaben der Sparkassen für 180 Sekunden als Authentifizierung für eine Zahlung gültig.

Um die App auf das neue Autorisierungsverfahren umzustellen, müssen Nutzer ihre hinterlegten Karten erneuern. Die Sparkassen liefern seit dem Wochenende neue virtuelle Karten aus. Für den Umtausch müssen Kunden ihre alte Karte in der App löschen und eine neue anfordern. Die alten virtuellen Karten sind nur noch bis zum 29. Februar gültig, ab dem 1. März 2020 funktioniert die Sparkassen-App nur noch mit dem neuen Verfahren.

Kredit- oder Girokarten der Sparkassen lassen sich nicht direkt mit Google Pay nutzen. Der deutsche Sparkassenverbund setzt stattdessen auf seine eigene App "Mobiles Bezahlen", die seit Sommer 2018 für Android zur Verfügung steht. In der App können Sparkassen-Kunden ein virtuelles Abbild ihrer Giro- oder Kreditkarten hinterlegen und verschiedene Schutzlevel auswählen. In den NFC-Einstellungen des Smartphones muss die App dann als Standardanwendung für kontaktloses Bezahlen ausgewählt werden.

Bei Apple Pay geht die Sparkasse einen anderen Weg und will Apples Bezahlsystem direkt unterstützen. Die Sparkassen werden Apple Pay eigenen Angaben zufolge "noch in diesem Jahr in Deutschland einführen" – dem Vernehmen nach könnte der Startschuss noch in dieser Woche erfolgen. Zum Start soll das mit Kreditkarten der Sparkasse funktionieren, die Unterstützung für Girocards (landläufig noch als "EC-Karte" bekannt) bereiten die Sparkassen "für 2020" vor.

Ebenfalls noch Zukunftsmusik ist das Bezahlen mit Smartwatches oder anderen Wearables. Das soll irgendwann kommen, versichern die Sparkassen, wollen sich aber noch nicht weiter festlegen: "Die Unterstützung von Wearables schauen wir uns aktuell für eine Ausbaustufe in der Zukunft an." (vbr)