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Android-Entwicklerboard HiKey 960: Viel schneller als Raspberry Pi für 240 US-Dollar

Android-Entwickler können mit dem Einplatinencomputer HiKey 960 direkt in einer ARM-Android-Umgebung programmieren. Die leistungsfähige Mini-Platine kostet 240 US-Dollar.

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Android-Entwicklerboard Hikey 960: Viel schneller als Raspberry Pi.

HiKey 960

(Bild: 96 Boards)

Wesentlich leistungsfähiger als bisherige Raspberry-Pi-Einplatinencomputer ist der neue HiKey 960. Er richtet sich hautpsächlich an Entwickler von Android-Programmen, die direkt auf einem ARM- statt x86-System programmieren möchten. Wer mag, kann den HiKey 960 aber natürlich auch als normalen Android-Computer verwenden.

Anschlüsse des HiKey 960

(Bild: LeMaker)

Das Entwicklerboard entstand in Zusammenarbeit von Google, ARM, Archermind, Huawei und LeMaker und wird vom Achtkern-Kombichip Kirin 960 (System on Chip/SoC) von HiSilicon angetrieben. Dieser SoC wird beispielsweise auch in den High-End-Smartphones Huawei Mate 9 und Huawei P10 eingesetzt. Der HiKey 960 kommt bereits mit einem vorinstallierten Betriebssystem und unterstützt das Android Open Source Project sowie Linux. Um den neuesten Android-Build aufzuspielen, kann man sich an die Google-Anleitung auf source.android.com halten.

Acht Kerne und Video-Engine für HEVC

Rückseite des HiKey 960

(Bild: 96 Boards)

Der Prozessor Kirin 960 folgt dem Big-Little-Konzept und enthält vier schnelle Cortex-A73-Kerne und vier besonders sparsame Cortex-A53. Dabei sind außerdem 3 GByte LPDDR4-SDRAM-Speicher, 32 GByte UFS-2.0-Flashspeicher, ein MicroSD-Kartenslot und die aktuelle Grafikeinheit Mali-G71 MP8. Ihre Video-Engine unterstützt sogar das aktuelle HEVC/H.265-Filmformat, um 4K-Videos ruckelfrei abzuspielen; zusätzlich auch die Standard-Formate H.264, MPEG1/2/4, VC-1 und VP6/8 – das etwa bei Youtube-Videos gebräuchliche VP9-Format beschleunigt die Video-Engine nicht.

Höchstens Full HD mit 60 Hz

Als Display-Interface bietet er HDMI 1.2a für Auflösungen mit bis zu 1920 × 1080 Bildpunkten bei maximal 60 Hz. WLAN-Netzwerke unterstützt der HiKey 960 nach den Standards 802.11 b/g/n/ac (Dual Band), dazu Bluetooth nach Version 4.1. Außerdem finden sich zwei USB-3.0- und einen USB-2.0-Ports auf dem Board. Weitere Spezifikationen finden sich auf der Website des Herstellers.

Insgesamt ist der HiKey 960 also wesentlich schneller und besser ausgestattet als etwa Raspberry-Pi-Einplatinencomputer, aber auch wesentlich teurer. Die 85 × 55 Millimeter große Entwicklerplatine kostet rund 240 US-Dollar und soll ab Mai erhältlich sein – in Deutschland etwa bei AllNet. Ein Netzteil ist im Kaufpreis nicht enthalten. (mfi)

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