Android N zeigt Apps nebeneinander an

Google hat die erste Developer Preview vom nächsten Android veröffentlicht. Sie läuft auf einigen Nexus-Geräten und bringt verbesserte Benachrichtigungen, einen Data Saver, Unterstützung für Java 8 und den Multi-Window-Betrieb von Apps.

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Android N zeigt Apps nebeneinander an
Von
  • Jörg Wirtgen

Die nächste Android-Version wirft ihre Schatten voraus: Google hat eine Entwicklerversion von Android N für die Smartphones Nexus 5X, 6 und 6P, den Nexus Player sowie die Tablets Nexus 9 und Pixel C zum Download bereitgestellt. Sie zeigt die neuen Funktionen: Ein Multi-Window-Modus zum Darstellen von zwei Apps nebeneinander, um Gruppierungen und direkte Antworten verbesserte Notifications, weitere Stromspartechniken sowie für Entwickler die Möglichkeit, Java-8-Features wie Lambdas für Event Listener zu nutzen. Auch die entsprechende Developer-Dokumentation steht bereit. Einen groben Zeitplan für Android N gibt es ebenfalls: Vier weitere Previews sollen im Monatsabstand folgen, die fertige Version im dritten Quartal erscheinen. Weitere Details dürfte es auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vom 18. bis 20. Mai geben.

Auf Tablets und Smartphones können (dafür vorbereitete) Apps nebeneinander laufen, auf Fernsehern zusätzlich Picture-in-Picture.

(Bild: Google)

Der Multi-Window-Modus stellt zwei Apps neben- oder übereinander dar und ist explizit für Tablets und Smartphones vorgesehen; auf Android TV kommt ein Picture-in-Picture-Modus hinzu. Hersteller größerer Geräte können zudem einen "freeform"-Modus anbieten, bei dem Apps in verschiebbaren und in der Größe veränderbaren Fenstern laufen – Screenshots davon finden sich in der Dokumentation allerdings noch nicht. Einen ähnlichen Modus implementiert die Android-Variante Remix OS schon jetzt.

Man öffnet den Multi-Windows-Modus auf zwei Arten: Langes Drücken auf den Task-Listen-Knopf schiebt die aktuelle App in die eine Bildschirmhälfte und öffnet die Task-Liste in der anderen. Alternativ öffnet man zuerst die Task-Liste und tippt dann lange auf die Titelzeile einer der Apps, worauf sich das zweite Fenster mit dieser App öffnet. Die Fenstergröße lässt sich am Trenner zwischen den Apps verändern. Zwischen den zwei Apps lassen sich Daten per Drag&Drop austauschen.

Benachrichtigungen kann man nun direkt beantworten, wenn die App das vorsieht.

(Bild: Google)

Es funktionieren allerdings nicht beliebige Apps im Multi-Windows-Modus, sondern der Entwickler muss das per Flag im Manifest freigeschaltet haben; er kann dort auch eine Mindestgröße vorgeben.

Zwei Erweiterungen gibt es bei Benachrichtigungen: Erstens können mehrere Benachrichtigungen einer App zusammengefasst werden, damit sie in der Benachrichtigungsliste nicht einzeln auftauchen und mehr Platz für die Nachrichten anderer Apps lassen. Zweitens können sie direkte Antworten ermöglichen statt wie bisher nur einfache Aktionen. Beides müssen Entwickler in ihre Apps einbauen.

Eine weitere Neuerung ist der Data Saver, der den Mobilfunk-Datentransfer begrenzt – sinnvoll beispielsweise beim Roaming oder wenn man kurz vor der Drosselung steht. Im Hintergrund laufende Apps bekommen dann keine Internetverbindung mehr, im Vordergrund laufende bekommen den Sparmodus signalisiert. Nutzer können einzelne Apps von diesen Beschränkungen ausnehmen. Der WLAN-Transfer bleibt auch im Sparmodus unbeschränkt.

Android N bietet mehr Platz für die Quick Settings; Apps können eigene Icons in diese Schnelleinstellungs-Leiste einfügen. 25 weitere Sprachen stehen zur Verfügung, zudem gibt es neue Möglichkeiten für eine mehrsprachige Konfiguration.

Auch der externen Speicherkarte hat sich Google mal wieder gewidmet. Nun bekommen Apps über eine Erweiterung des StorageManagers endlich die Möglichkeit, Schreibrechte beispielsweise aufs Foto-Verzeichnis anzufragen. Auch der Zugriff auf SD-Karten wurde verbessert.

Entwickler können die Lambda-Funktion von Java 8 nutzen, was vor allem die Definition von Event Listenern weniger geschwätzig macht. Sie müssen dafür allerdings auf die Preview-Version Android Studio 2.1 wechseln. Zu den weiteren Java-8-Vorteilen gehören als static und default implementierte Interface-Methoden.

(jow)