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Android O ausprobiert: Das ist neu, das wird anders

Zahlreiche weitere Änderungen im Detail

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Apps aus externen Quellen werden nun jeweils für das ausführende Programm freigegeben.

(Bild: Screenshot)

Noch können sich zahlreiche Dinge bis zur finalen Version von Android O ändern, einige interessante Anpassungen deutet die Entwicklerversion aber schon ohne explizite Erwähnung von Google an. Die Installation von Apps aus externen Quellen wird nun etwas ausgefeilter beschränkt: Statt das Sideloading pauschal zu erlauben oder zu verbieten, wird die Erlaubnis nun für die jeweilige App erteilt, die das Paket geladen hat. So kann die Installation aus dem Browser heraus verboten bleiben, aber etwa dem Amazon Appshop oder F-Droid generell erlaubt werden. Die Option wandert zudem zu den anderen App-Zugriffsrechten ins Einstellungsmenü.

Die Einstellungen haben sich optisch stark verändert und sind nun in weniger Oberkategorien eingeteilt, dafür werden diese verschachtelter. Teilweise blendet Android weitergehende Einstellungen aus, um die Liste optisch kürzer zu machen. Erst ein weiterer Fingerdruck bringt dann alle Elemente zum Vorschein. Anfangs ist das wegen zahlreicher Umverteilungen gewöhnungsbedürftig und erinnert eher an Samsungs Android-Oberfläche.

Weiter gearbeitet wird an den Schnelleinstellungen. In der kompakten Ansicht sind nun mehr Funktionen untergebracht, in der aufgeklappten Version führt ein Druck aufs Symbol wieder direkt in die Einstellungen und nur ein Tippen auf die Schrift darunter zu den in Android 7.0 eingeführten Untermenüs.

Der weiterhin versteckte SystemUI-Tuner erlaubt jetzt die Navigationsleiste zu ändern und die Verteilung der Buttons links- oder rechtsbündig zu gestalten. Zudem können zwei weitere Schaltflächen links und rechts hinzugefügt werden, etwa eine Verknüpfung zur Zwischenablage. Auf den Sperrbildschirm lassen sich nun Verknüpfungen zu zwei Apps links und rechts unten festlegen, bisher war da fest die Kamera-App untergebracht. Den SystemUI-Tuner schaltet man wie gehabt mit einem langen Druck auf das Zahnrad in den Schnelleinstellungen frei.

Mit Android O soll die WebView-Komponete standardmäßig in einem getrennten Prozess laufen. Damit würden Inhalte aus dem Netz getrennt von der App laufen, die WebView dafür aufruft. Das soll die Sicherheit und Stabilität erhöhen. Bei Android 7 und in der aktuellen Entwicklervorschau muss die "WebView-Simultanverarbeitung" noch in den Entwicklereinstellungen aktiviert werden.

Android O Developer Preview (15 Bilder)

Vieles ist bei Android O unter der Haube passiert, das Einstellungsmenü ist aber schon erkennbar anders.

Noch steckt Android O klar im Entwicklungsstatus, viele Feature sind noch nicht ausgereift, einige nur angedeutet und anderen fehlt die App-Unterstützung. Was sich heute schon sagen lässt: Google bemüht sich weiterhin beliebte Funktionen von anderen Systemen in Android einzubauen und andererseits viele von den Geräteherstellern seit Jahren selbst gebaute Funktionen endlich direkt ins System zu integrieren und damit auch die App-Unterstützung deutlich auszubauen.

Auch die stärkere Zusammenarbeit mit den Herstellern etwa bei den Audio-Codecs und die erneut sehr frühe Bereitstellung der Entwicklerversion lässt zumindest ein wenig Hoffnung, dass das Android-Ökosystem nicht weiter zerfasert. Falls Google das erarbeitete nicht wieder selbst einreißt wie bei Android 7 und den Pixel-exklusiven Funktionen.

Wie stark die weitergehenden Bemühungen um eine längere Akkulaufzeit einschlagen muss die Zeit zeigen. Aber wie schon bei Android 6 und 7 wird deutlich, dass Google den Entwicklern immer mehr Freiheiten entzieht, damit Android den Ruf als Strom- und Ressourcenfresser los wird. (asp)