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Angeblich Spezifikationen zur "4K Blu-ray Disc" aufgetaucht

Die auf einer japanischen Audio/Video-Website aufgetauchten Spezifikationen zum angekündigten Blu-ray-Format für ultrahochaufgelöste Videos enthält einige Überraschungen.

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(Bild: Panasonic)

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Anfang September vergangenen Jahres gab der Sprecher der Blu-ray Disc Association bekannt, dass ein erweitertes Blu-ray Disc-Format für ultrahochaufgelöste Filme in der Entwicklung sei und passende Player und Discs Ende 2015 in den Läden stehen werden. Zur CES Anfang Januar präsentierte Panasonic einen Player-Prototypen – allerdings hinter Glas und ohne weitere Details.

Nun hat die japanische Audio/Video-Website AV Watch eine Übersicht veröffentlicht, die die voraussichtlichen Spezifikationen des neuen Disc-Formats zeigen sollen. Die Tabelle bestätigt viele bisherigen Vermutungen – etwa, dass zur Speicherung der Ultra-HD-Filme das besonders effiziente Kompressionsverfahren HEVC zum Einsatz kommt und dass die Datenrate auf 100 MBit/s hochgeschraubt wird.

Die geleakten Spezifikationen der kommenden "4K Blu-ray Disc".

Aber es gibt auch einige Überraschungen: So sollen auf den neuen Blu-ray Discs ultrahochaufgelöste Filme lediglich in einer Auflösung von 3840 × 2160 Pixel gespeichert werden, was der Panelauflösung von Ultra-HD-Fernsehern entspricht. Die 4K-Kinoauflösung von 4096 × 2160 Pixel soll hingegen nicht unterstützt werden. Ultra-HD-Filme können Bildwiederholraten von bis zu 60 (Voll-)Bildern pro Sekunde bieten, bei der aktuellen Blu-ray für HD-Filme ist bei 24 beziehungsweise 25 Vollbildern pro Sekunde Schluss. In dem offizielle 2160p60 genannten Format lassen sich auch TV-Produktionen (allen voran Aufzeichnungen von Sportveranstaltungen) speichern.

Überraschend ist, dass die "4K Blu-ray Disc", die noch keinen offiziellen Namen hat, lediglich eine Farbabtastung von 4:2:0 bieten soll. Bewahrheitet sich dies und sollte ein HDCP-2.2-geschützter HDMI-Ausgang bei den kommenden Playern Pflicht werden, so würde dies Onyko in die Hände spielen: Das Unternehmen verkauft 4K-taugliche Audio/Video-Receiver mit einem HDCP-2.2-gesicherten HDMI-2.0-Eingang, der aber nur 4:2:0-Material entgegennimmt. Alle andere Hersteller von AV-Receivern setzen aktuell hingegen bei 4K auf eine höhere Farbabtastung, können dafür aber keine HDCP-2.2-Unterstützung bieten.

Auch 3D-Filme in Ultra-HD-Auflösung sind nicht vorgesehen. Letzteres überrascht allerdings nicht so sehr: In einem Interview mit dem Branchenmagazin "Inside CI" hatte Panasonics Chefentwickler Kazuhiko Kouno gerade erst angegeben, dass es an einem passenden Chip mangele. Kouno schränkte zwar ein, dass die Spezifikation noch nicht ganz final sei. Er rechnet aber diesbezüglich nach eigenen Angaben nicht mehr mit einer Änderung.

Statt auf 3D oder HFR setzt die Blu-ray Disc Asscociation nun auf einen größeren Farbraum gemäß ITU-R-Empfehlung BT.2020, eine von 8 auf 10 Bit erhöhte Farbtiefe und einen erhöhten Dynamikumfang durch High Dynamic Range (HDR). Letzteres war auch schon auf der CES ein großes Thema, wo Netflix die Zuspielung von 4K-Videos mit HDR demonstrierte. Die für HDR benötigten Zusatzinformationen sollen als Erweiterung des gewöhnlichen HEVC-kodierten Datenstroms übermittelt werden. So lässt sich die HDR-Fassung übertragen, ohne den Film zweimal auf der Platte abzulegen; gewöhnliche Decoder ohne HDR-Unterstützung lassen die Erweiterung dann einfach links liegen. (nij)