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Telepolis

Angeblich geheime Dokumente zur sächsischen Korruptionsaffäre im Web [Update]

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Die Website Interpool.tv, die von der Berliner Fred Kowasch Filmproduktion betrieben wird, veröffentlicht seit Montag Akten zur Korruptionsaffäre in Sachsen. Bei der Affäre geht es um die angebliche Verstrickung von Politikern, Polizisten und Justizbeamten in kriminelle Machenschaften. Der Verfassungsschutz hatte jahrelang Material zur organisierten Kriminalität in Sachsen gesammelt – allerdings sollen wichtige Unterlagen vernichtet worden sein; dabei soll es unter anderem um Amtsmissbrauch, Korruption, Verrat von Dienstgeheimnissen, Immobilienschiebereien und um Kontakte zur Rotlichtszene gegangen sein.

Über einen noch unbestimmten Zeitraum soll jeden Tag ein neues Dokument auf der Website veröffentlicht werden. Das erste dieser Dokumente bringt noch kaum Konkretes – allerdings deuten die Vorankündigungen darauf hin, dass von den nachfolgenden Dokumenten eventuell mehr zu erwarten ist: Dort soll es laut Interpool.tv unter anderem um Sexparties im Leipziger Rathaus und in Thailand gehen, um die Verwicklung der Justiz bei der "Rückübereignung" von Wohnungen und um den "Oberbürgermeister" beziehungsweise um einen "Wolfgang". Auch ein Anwalt und "kompromissloser Umweltschützer", der den Datenschutzbeauftragten seit Langem kennt und angeblich "Nuttenbeschaffer" für das Rathaus war, soll in den Akten vorkommen. Andere Anspielungen deuten darauf hin, dass es vor allem die Privatisierung war, die maßgeblich zur Bildung von kriminell-korrupten Strukturen beitrug.

Auf Fragen nach der Herkunft der Akten gab Fred Kowasch lediglich an, dass sie von einem "Informanten" stammen. Insofern ist nicht ausgeschlossen, dass der Sender einer Fälschung aufgesessen ist. Als die Firma im Auftrag des ZDF eine Reportage drehte, wurde der Vorwurf laut, dass das Interpool-Kamerateam auswärtige Schläger nach Neukölln verbracht und dort für Geld eine Prügelei inszeniert hätte. Interpool.tv bestritt diese Vorwürfe, Ermittlungen gegen ihn wurden eingestellt. (pem/Telepolis) (Peter Muehlbauer) / (fr)

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