Angeblich geheime Pentagon-Dokumente beim Surfen entdeckt [Update]

Ein 17 Jahre alter Computerfreak aus Wien ist angeblich zufällig auf eine massive Sicherheitslücke beim US-Verteidigungsministerium gestoßen.

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Von
  • Ekkehard Jänicke

Ein 17 Jahre alter Computerfreak aus Wien hat angeblich per Internet Zugriff auf geheime Daten aus dem US-Verteidigungssystem erhalten, berichtete das österreichische Boulevardblatt Kronenzeitung. Der junge Mann habe problemlos Einzelheiten eines streng geheimen Vertrages zwischen den USA und Russland zu sehen bekommen, in dem auch Standorte von Atomraketen aufgelistet seien, behauptet die Zeitung.

"Ich habe im Internet gesurft und nach interessanten Sites gesucht", wird der Auszubildende zitiert. Er sei auf militärische Neuigkeiten aus gewesen. Plötzlich seien auf seinem Monitor seitenweise Dokumente des Pentagons aufgetaucht, die mit der höchsten militärischen Sicherheitsstufe gekennzeichnet gewesen seien. Kurze Zeit später habe der junge Mann nach Angaben des Boulevardblatts nicht nur einen Anruf von einem FBI-Agenten aus Washington, sondern auch Besuch von einem österreichischen Verfassungsschützer bekommen.

Was sich in den Worten der österreichischen Zeitung wie ein unerhörter Skandal anhört, scheint sich allerdings als Zeitungsente zu erweisen. Beispielsweise deuten selbst die von der Kronenzeitung in der Sonntagsausgabe als Beweis veröffentlichten Dokumente darauf hin: So zeigt das Blatt beispielsweise den Screenshot eines Word-Dokments im deutschen DIN-A4-Format, das als Datumsangabe nicht etwa "May", sondern "Mai" trägt. Auch soll der angebliche "Geheim"-Vermerk aus dem ominösen Siegel Majestic 12 bestehen.

Laut der Wiener Zeitung Kurier stellte sich, als die Staatspolizei bei dem vermeintlichen Hacker eintraf, heraus, dass der Jugendliche die meisten Dokumente bei einer Internet-Tauschbörse gefunden habe. Die "hochbrisanten Dokumente mit höchster militärischer Sicherheitsstufe" seien laut einem Beamten mit gefälschten Regierungsstempeln versehen, auch das FBI wisse von nichts. Auch nach einem Bericht des ORF-Ablegers FutureZone habe das FBI die Geschichte bereits dementiert.

Tatsächlich tauchen im Internet immer wieder Dokumente auf, die angeblich vom Pentagon oder den US-Streitkräften stammen und Vermerke wie "Confidential" tragen. Hier echt von falsch zu trennen, ist für Laien schier unmöglich.(dpa) / (Ekkehard Jänicke) / (cp)