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Angeblicher Bitcoinerfinder Dorian Nakamoto streitet alles ab

Anfang März behauptete das US-Magazin Newsweek, die reale Person hinter dem geheimnisvollen Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto gefunden zu haben, einen 64-jährigen US-Amerikaner. Der weist jetzt den Bericht als völlig falsch zurück.

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Der vom US-Magazin Newsweek als angeblicher Bitcoinerfinder ausgemachte Dorian Nakamoto hat jegliche Beteiligung an der Entwicklung des Kryptogeldes bestritten. Das geht aus einer vom Reuters-Blogger Felix Salmon verbreiteten Mitteilung hervor, die Nakamoto offenbar von seinem Rechtsanwalt anfertigen ließ. Der 64-jährige US-Amerikaner will demnach seinen guten Ruf wiederherstellen und wies die über ihn verfasste Reportage als falsch zurück.

Nakamoto habe überhaupt zum ersten Mal Mitte Februar 2014 den Begriff Bitcoin von seinem Sohn gehört, als der ihn nach einem Gespräch mit der Newsweek-Reporterin angerufen habe. Kurz danach sei die Reporterin auf seinem Grundstück aufgetaucht, er selbst habe jedoch nie einem persönlichen Gespräch zugestimmt und deshalb die Polizei gerufen. Er habe zwar als Ingenieur gearbeitet und verfüge auch über Programmierkenntnisse, besitze jedoch keine Kompetenz in Sachen Kryptographie oder Peer-to-Peer-Systemen.

Nakamoto ging ebenfalls auf seine persönliche Situation ein: Er habe seit zehn Jahre keine Fest-Anstellung mehr in seinem Berufsfeld gehabt, unter anderem habe er als Aushilfslehrer gearbeitet. Er habe schwere finanzielle Probleme, weshalb er sich zum Beispiel seit 2013 keinen Internetzugang mehr leisten könne. Ferner erhole er sich gerade von den Folgen einer Prostataoperation sowie eines Schlaganfalls.

Der Bericht von Newsweek habe ihm und seiner Familie viel Stress verursacht – kurz nach Veröffentlichung wurde sein Haus etwa von Reportern umlagert. Seine Mitteilung endet mit dem Satz: "Ich bitte Sie nun darum, unsere Privatsphäre zu respektieren." Eine Reaktion des Magazins und der verantwortlichen Reporterin liegt bislang nicht vor.

Newsweek hatte die Geschichte um den vermeintlichen Bitcoin-Erfinder Anfang März gebracht und damit viel Aufmerksamkeit, aber auch Kritik und Unglauben geerntet. Insgesamt finden sich darin allenfalls Indizien und keine zwingenden Beweise für eine Identität des Bitcoin-Nakamoto mit Dorian Nakamoto. In der Bitcoin-Community hagelte es Kritik am Vorgehen der Berichterstatter, die etwa Fotos von Nakamoto, seinem Haus und seinem Wagen veröffentlichten. Manche Beobachter sahen auch einen Zusammenhang mit dem Neustart der Newsweek-Printausgabe, der offenbar mit einer Sensation vorangebracht werden sollte. (axk)