Menü

Angeblicher Millionen-Kauf: eBay-Kunde erstattet Anzeige [Update]

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 378 Beiträge

Die angebliche Ersteigerung unter anderem eines Grundstücks in Leipzig, eines Nobelautos, eines Ultraleichtflugzeuges, eines Bildes von Andy Warhol oder eines externen Herzschrittmachers durch einen Münchner Gärtner auf dem Online-Auktionshaus eBay stellt die Polizei vor Rätsel. Insgesamt 39 Artikel im Gesamtwert von rund 1,4 Millionen Euro sind unter dem Namen des eBay-Nutzers ersteigert worden. Der 22-Jährige leugne die Kaufanträge über das Internet-Auktionshaus und sehe sich als Opfer eines unbekannten Computerkriminellen, bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber dpa einen entsprechenden Bericht in der Münchener Lokalausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Nach der Anzeige des Mannes habe die für Wirtschafts- und Computerkriminalität zuständige Abteilung die Ermittlungen aufgenommen. Geklärt werden soll dabei auch, ob der Mann mit seinem Passwort für den Online-Marktplatz sorgfältig genug umgegangen ist und ob es möglich ist, dass Unbekannte den Code knacken. Zum Zeitpunkt, als die Käufe getätigt wurden, sei der Rechner des eBay-Nutzers jedenfalls ausgeschaltet gewesen, berichtete die Tageszeitung. Das Auktionshaus informierte mittlerweile die Verkäufer, dass nicht der 22-Jährige der eigentliche Interessent gewesen sei. "Auf den jungen Mann scheinen dennoch ein paar erhebliche Probleme zuzukommen: Der Versteigerer des 39.999 Euro teuren Leichtflugzeuges hat bereits eine Schadensersatzklage angekündigt", heißt es in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Nach dem bisherigen Ergebnissen der Nachforschungen von eBay soll es sich nicht um ein Sicherheitsproblem des Auktionshauses handeln. "Vielmehr scheint es so, dass in den Computer des Betroffenen 'eingebrochen' wurde und Dritte völligen Zugriff auf den Rechner hatten", erklärte Maike Fuest von eBay Deutschland gegenüber heise online. Man habe den Account nach Bekanntwerden der Vorfälle sofort gesperrt und die Verkäufer kontaktiert. "Da in diesem Fall bislang weder der vermeintliche Käufer Geld bezahlt, noch die Verkäufer Waren versendet haben, besteht eine gute Chance, dass die ganze Angelegenheit zwischen den Betroffenen geregelt werden kann", ist sich Fuest sicher. Man arbeite auf jeden Fall eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um "die Ursache der Unregelmäßigkeiten zu eruieren". (jk)

Anzeige
Anzeige