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Angefasst: Microsofts All-in-One-PC Surface Studio

Wir haben Microsofts All-in-One-PC Surface Studio in New York ausprobiert. Er soll kreative Nutzer bestmöglich unterstützen. Der Bildschirm wird zur digitalen Leinwand.

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(Bild: c't / Florian Müssig)

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Microsoft Surface Studio, Core i5-6440HQ, 8GB RAM
Microsoft Surface Studio, Core i5-6440HQ, 8GB RAM ab € 2399,–

Gerüchte, nach denen Microsoft einen Desktop-PC planen würde, gab es schon länger; nun ist es offiziell: Das Surface Studio ist der erste All-in-One-PC des Software-Giganten. Wie schon bei Surface Pro und Surface Book, die mehr als normale Tablets beziehungsweise Notebooks bieten sollen, war auch beim Surface Studio ein Plus an Funktionalität gegenüber herkömmlichen Desktop-PCs das erklärte Entwicklungsziel: Er soll kreative Nutzer bestmöglich unterstützen – weshalb man den Bildschirm herunterklappen kann, damit er digitale Leinwand und Pult zugleich ist.

Obwohl der Bildschirm allein über sechs Kilogramm wiegt, gelingt Flachlegen wie Hochklappen ohne großen Kraftaufwand mit zwei Fingern. Dies liegt an einer ausgefuchsten Mechanik mit etlichen Federn, die präzise aufeinander und auf ihre Aufgabe abgestimmt sind. Zudem arbeitet der Mechanismus nicht linear: Kleine Winkelanpassungen im Desktop- oder im Studio-Modus werden mit minimalen Höhenänderungen durchgeführt; in der Phase dazwischen ändert sich hauptsächlich die Höhe.

DIe Gummipuffer unter dem Standfuß haben je nach Position unterschiedliche Härten. Dadurch lässt sich das Studio im Desktop-Modus leicht drehen, um den Bildschirminhalt jemand anderem zu zeigen. Im Studio-Modus mit heruntergefahrenem Display haftet das Gerät hingegen an Ort und Stelle – auch wenn man seine Unterarme auf- und sich selbst leicht dagegenlehnt.

Microsofts Surface Studio (13 Bilder)

Microsofts All-in-One-PC Surface Studio lässt sich wie ein klassischer PC benutzen...
(Bild: c't / Florian Müssig)

Der 28-Zoll-Bildschirm gehört zu den besten Bildschirmen, die man derzeit findet – nicht nur wegen des arbeitsfreundlichen Seitenverhältnisses von 3:2. Jedes Surface Studio wird im Werk einzeln kalibriert, sodass man farbecht arbeiten kann. Zudem sind drei Farbprofile an Bord: "Kräftig" (vivid) zeigt die volle Farbgewalt, während DCI-P3 und sRGB den Monitor auf diese Farbräume beschränken. Beim Wechsel der Profile über die Schaltfläche im Info-Center ändert sich nicht nur die Darstellung, sondern es wird auch das Standard-Farbprofil in der Windows-Farbverwaltung umgestellt. Microsofts Foto-Anzeige passt sich in Echtzeit an den jeweiligen Farbraum an, andere Anwendungen wie Adobe Photoshop muss man neu starten.

Auf die spiegelnde Oberfläche des Touchscreens angesprochen, gab Microsoft zu Protokoll, dass Reflexionen in der Praxis kaum eine Rolle spielen würden: Wer farbecht arbeitet, der tue dies üblicherweise bei geringer Umgebungsbeleuchtung beziehungsweise mit am Monitor angebrachten Abschirmungen, damit kein Umgebungslicht stört. Matte Oberflächen hätten bauartbedingt viel höhere und dadurch schlechtere Schwarzwerte (und eine andere Stift-Haptik); Entspiegelungsschichten auf dem Bildschirm würden wiederum mitunter die am Bildschirm gezeigten Farben verfälschen.

Microsoft verspricht einen leisen Betrieb in nahezu allen Nutzungsszenarien. Dies ließ sich vor Ort nicht überprüfen, doch die Bemühungen hinsichtlich des Kühlsystems lassen hoffen: Die Luft wird rundherum angesaugt und Abwärme gleichmäßig zu den beiden Seiten und der Rückseite abgegeben. CPU und GPU teilen sich zudem zwei Lüfter mit unterschiedlichen Charakteristiken; je nach Last ist mitunter nur der leisere der beiden in Betrieb.

Trotz der potenten Hardware hat der sie beherbergende Standfuß nur in etwa die Abmessungen eines Mini-PCs à la Mac Mini. Zudem ist ein kleiner Subwoofer enthalten. Höhere Frequenzen liefern insgesamt acht kompakte Treiber, die in einer Soundbar am unteren Ende des Bildschirms untergebracht wurden und den Schall nach unten abstrahlen.

Zum Lieferumfang des Surface Studio gehören der von Surface Pro und Book bekannte Surface Pen sowie eine Bluetooth-Tastatur und ein -Maus. Die (unbeleuchtete) Tastatur hat einen alltagstauglichen Hub und einen gut spürbaren Druckpunkt; an Tastaturen mit mechanischen Tasten kommt sie freilich nicht heran. Ähnliches gilt für die optische Maus, die nur zwei Tasten und ein Scrollrad bietet. Das neue Eingabegerät Dial muss separat dazugekauft werden.

(Quelle: Microsoft)

Zur Verfügbarkeit in Deutschland und zu hiesigen Preisen wollte Microsoft in New York noch keine Angaben machen. Es ist jedoch das erklärte Ziel, das Surface Studio in all den Ländern auf den Markt zu bringen, in denen man auch das Surface Book verkauft – also auch Deutschland.

Zudem darf man in absehbarer Zeit wohl keine Modelle mit neuerer Hardware erwarten: Die GTX 980M habe mehr als genug 3D-Power für kreative Aufgaben, sodass man keine GPU der GTX-10er-Serie benötige, so Microsoft. Ein Aufrüsten von Massen- oder Arbeitsspeicher durch den Nutzer sieht Microsoft wie bei den kleineren Surface-Geräten nicht vor und hat deshalb auf eine Service-Klappe verzichtet.

Microsofts Surface-Eingabegeräte: Dial, Tastatur und Maus (9 Bilder)

Das Surface Dial soll den Pen ergänzen, sodass man beim Zeichnen zum Pinsel- oder Farbwechsel keine anderen Eingabegeräte mehr braucht.
(Bild: c't / Florian Müssig)

Hinweis: Microsoft hat den Autor zur Präsentation in New York eingeladen und die Reisekosten übernommen. (mue)