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CES

Angefasst: das 100-Dollar-Tablet von OLPC

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Einen Tag früher als angekündigt, nämlich schon auf der Vorabveranstaltung "CES Unveiled", wurde das 100-Dollar-Tablet XO-3 von OLPC (One Laptop Per Child) am Stand von Prozessorlieferant Marvell ausgestellt. Der Name "100-Dollar-Tablet" war dort übrigens nicht gerne gehört, denn auf einen exakten Preis wollte man sich nicht festlegen: Das Design sei so modular, dass jeder Großabnehmer, also etwa Länder oder der Bildung verschriebene Organisationen mit großer Reichweite, sich ein individuelles Gerät zusammenstellen könne.

Zu den Optionen zählt unter anderem das Display. Die ausgestellten Prototypen hatte Touchbildschirme mit LCD-Technik, doch wahlweise gibt es auch teurere Panels von PixelQI -- wie im "100-Dollar-Laptop" XO. Die PixelQI-Bildschirme zeigen umschaltbar farbige (mit Hintergrundbeleuchtung) oder nur Schwarzweiß-Bilder (ohne Hintergrundbeleuchtung) an, wobei im Schwarzweiß-Modus eine höhere Auflösung erzielt wird. Auch die Akkukapazität sei nicht festgelegt: Findet der Unterricht etwa nur vormittags statt, muss der XO-3 keinen ganzen Tag durchhalten.

OLPCs 100-Dollar-Tablet XO-3 (5 Bilder)

OLPCs 100-Dollar-Tablet XO-3

OLPCs 100-Dollar-Tablet XO-3 zeigt WLAN-Access-Points als bunter Punkte an; auf der Vorabveranstaltung CES Unveiled gab es jede Menge davon.

Als Zubehör bietet OLPC eine Handkurbel und eine Solarladeschale an, um auch Kinder in abgelegenen Regionen zu erreichen, die an kein Stromnetz angeschlossen sind oder bei denen Stromausfälle zur Tagesordnung gehören. Weil ein gleichmäßiges Kurbeln kaum möglich ist, akzeptiert die Ladeelektronik des XO-3 Spannungen zwischen 10 und 25 Volt. Die Solarladeschale für Länder mit viel Sonnenschein arbeitet zweistufig: In die Sonne gelegt laden die Solarzellen einen Akku in der Schale auf. Klippst man die Schale danach über das Tablet, wird dessen interner Akku geladen – und zwar nicht etwa über eine abbruchgefährdete Verbindung, sondern über die vier seitlichen Schrauben, die das Tablet gleichzeitig zusammenhalten.

Laut OLPC ist das modulare Design des XO-3 fertig entwickelt. Jetzt läge es an den potentiellen Kunden, ihre Anforderungen zu konkretisieren und darüber ihre individuellen XO-3-Ausstattungen festzulegen. Je nach gewählten Optionen und Stückzahl dauere es dann fünf bis sechs Monate, bis fertige Tablets massenhaft in Kinderhände ausgegeben werden können. (mue)

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