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Angela Merkel eröffnet in diesem Jahr die Gamescom

Die Bundeskanzlerin hat einen weiteren Messetermin in ihrem Terminkalender untergebracht. In diesem Sommer wird sie erstmals die Spielemesse Gamescom in Köln eröffnen.

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Der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider Ammann und Bundeskanzlerin Merkel schauen während der CeBIT 2016 durch eine Augmented Reality Datenbrille die u.a. bei der Montage von Kühlschränken eingesetzt wird.

(Bild: dpa, Ole Spata)

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Den Rundgang über die CeBIT ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bisher nicht nehmen, die Spielemesse Gamescom stand bislang aber nicht in ihrem Terminkalender. Das soll sich nun in diesem Sommer, kurz vor der Bundestagswahl im September, ändern. Wie der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) am Donnerstag bekannt gab, wird die Bundeskanzlerin erstmalig am Eröffnungsrundgang der Gamescom am 22. August teilnehmen und die Messe damit auch offiziell eröffnen.

Der Geschäftsführer des BIU, Felix Falk, erklärte, dass "der Besuch von Frau Dr. Merkel [...] die Bedeutung der Games-Branche für den Kultur-, Digital- und Wirtschaftsstandort Deutschland [unterstreicht]." Die Techniken der Games-Branche spielen laut Falk "bereits heute eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung und Vernetzung von Wirtschaft und Gesellschaft". Deutschland brauche eine starke Games-Branche, um sich auch in der digitalisierten Wirtschaft eine Top-Position zu sichern.

Auch die Koelnmesse GmbH als Veranstalter begrüßte die Zusage der Kanzlerin: "Für uns ist die Teilnahme der Bundeskanzlerin ein Zeichen großer Wertschätzung", sagte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung. Die Gamescom sei mittlerweile das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele und auch eine der erfolgreichsten und größten Veranstaltungen im deutschen Messewesen.

Dass Angela Merkels Parteikollegen in den vergangenen Jahren häufiger gegen den angeblich schädlichen Einfluss von Videospielen gewettert haben, könnte der Kanzlerin anlässlich des Events von einigen Kritikern genüsslich unter die Nase gerieben werden. Im Herbst 2016 hatte etwa Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die schädliche Wirkung von gewaltverherrlichenden Spielen bemängelt, nachdem der 18-jährige Schüler David S. am 22. Juli 2016 in München neun Menschen tötete und sich anschließend selbst mit seiner im Darknet erworbenen Schusswaffe richtete. Auch Volker Kauder (CDU) wandte sich in diesem Zusammenhang gegen Ego-Shooter. Diese soll David S. häufiger gespielt haben. Manuela Schwesig von der SPD sprach sich gegen ein Verbot von sogenannten "Killerspielen" aus.

Die Gamescom konnte im vergangenen Jahr mit 345.000 Besucherinnen und Besuchern aus 97 Ländern glänzen, diese mussten wegen vorangegangener Terrorangriffe und Gewalttaten aber besondere Vorschriften für den Eintritt beachten. Cosplayer durften etwa keine Waffennachbildungen mitbringen; generell wurden Besucher gebeten nur wenig Gepäck mit sich zu führen. Das Standpersonal musste Schauwaffen registrieren lassen.

In diesem Jahr beginnt die Gamescom am Dienstag, den 22. August, und endet am Samstag, den 26. August.

Gamescom 2016 – ohne Pfeil und Bogen (6 Bilder)

Nur das Standpersonal darf Waffennachbildungen auf dem Messegelände nutzen. (Bild: Torsten Kleinz)

(kbe)