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Angetestet: Nokias Phablet Lumia 1520 mit 6-Zoll-Bildschirm

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Nokias Phablet Lumia 1520 mit der Schutzhülle CP-623

(Bild: Volker Weber)

Ende Oktober stellte Nokia nicht nur ein Tablet mit Windows RT vor, sondern auch Riesen-Smartphones, neudeutsch Phablets genannt, mit Windows Phone 8. Das Lumia 1520 musste sich nun einem ersten kurzen Test unterziehen.

Der erste Gedanke beim eleganten Lumia 920 war damals: "dick und schwer". Das neue Lumia 1520 dagegen ist dünn und groß. Die Größe des Gerätes ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits erhält man ein brillantes Display mit Full HD und 6 Zoll Diagonale, auf der anderen Seite will man das Handy ja nicht ständig in der Hand halten. Tatsächlich ist das 1520 sogar noch ein paar Gramm schwerer als das 920, aber es fühlt sich durch seine Größe leichter an.

Technisch vereint das neue Gerät alles, was Nokia derzeit zu bieten hat und legt dann noch was drauf. Wireless Charging, Pureview-Kamera mit Zeiss-Optik, 3400-mAh-Akku, Qualcomm Snapdragon 800 mit 2,2 GHz, NFC, Bluetooth 4.0 LE, LTE (Band 1, 3, 7, 8, 20), WLAN mit 802.11 a/b/g/n/ac, 2 GB RAM, 32 GByte Flash Und erstmals ist auch ein Highend-Gerät bei Nokia mit Speicherkarten (64 GByte SDHC) aufzurüsten. Auf der linken Seite gibt es zwei Slots nebeneinander: NanoSIM und microSD.

Software auf dem Nokia Lumia 1520 (8 Bilder)

Refocus von Nokia: Vordergrund im Fokus... (Bild: Volker Weber)

Die Anordnung der Bedienungselemente ist die gleiche wie bei allen Windows Phones, die USB-Buchse ist unten, die Kopfhörer-Klinke oben. Gegenüber den anderen Lumias hat Nokia die Bedienungsknöpfe stärker versenkt. Deshalb lassen sie sich schwerer tasten, tragen aber auch nicht auf. Nach zwei Tagen Gewöhnung trifft man sie sicher.

Ein bisschen länger braucht man, um sich an die Größe des Bildschirms zu gewöhnen. Auf der Frontseite gibt es durch den dreispaltigen Aufbau viel mehr Kacheln, hier wird die Auflösung genutzt. In vielen Anwendungen dagegen ist vor allem alles größer. Wenn die Augen nicht mehr ganz so jung sind, ist das ein Segen. Auch die Tastatur wächst mit der Größe und ist wesentlich einfacher sicher zu bedienen als auf kleineren Geräten.

Das Display kann nun HD-Filme erstmals in voller Auflösung darstellen. Da Microsoft anders als Apple bisher keine Filme oder Fernsehserien im Angebot hat, werden das entweder selbst gedrehte Filme sein oder solche, die man sich an anderer Stelle im Internet besorgt hat. Für Youtube gibt es keine gescheite Anwendung, weil Google und Microsoft ihren Streit auf dem Rücken des Kunden austragen. Microsoft hatte eine gute App am Start, aber Google monierte die Verwendung nicht freigegebener APIs und sperrte die App.

Die Kamera mit Zeiss-Optik auf der Rückseite des Lumia 1520

(Bild: Volker Weber)

Die 20-Megapixel-Kamera des 1520 liegt in der Mitte zwischen dem 925 und dem 1020. Wie das Kamera-Flaggschiff speichert das 1520 zwei Photos: im 16:9-Format sind das eine 16-MP-Version und eine daraus gerechnete 5 MP-Version. Dieses kleinere Bild lässt sich nachträglich anders zuschneiden und bedient sich dabei immer aller 16 Megapixel des Originals. Das 1520 ist dabei das erste Pureview-Handy mit DNG-Support. Diese RAW-Bilder kann man dann auf dem PC nachbearbeiten. Die anderen Pureview-Lumias – in Europa sind das die Modelle 920, 925 und 1020 – erhalten diesen Support mit dem nächsten Software-Update auf Lumia Black, das auf Microsofts GDR3 (General Distribution Release) von Windows Phone 8 basiert.

Das 1520 ist auch das erste Lumia mit Nokia Storyteller, einem Photoalbum, das die Photos in einen geografischen Zusammenhang setzt. So kann man aus jedem Bild herauszoomen und bekommt eine Kartendarstellung mit der Umgebung, aus der die Aufnahme stammt. Leider unterstützt Nokias Ebook-Reader noch nicht das 1520. Ein Update ist so gut wie sicher.

Ähnlich wie das Samsung Note verändert auch das 1520 den Eigentümer. Überlegt man vorher, ob man wohl mit so einem großen Smartphone leben kann, kommen einem alle anderen nach wenigen Tagen wie kleines Spielzeug vor. Das merkt man auf der Startseite mit seinen vielen Kacheln, das merkt man aber auch bei der Kamera. Ein großes Sucherbild hat seine Vorteile. Auch wenn die anderen "Brett vor'm Kopp" spotten, die Bilder werden besser, wenn man sieht, was man fotografiert.

Im praktischen Betrieb sieht man schnell die Stärken und Schwächen. Der Akku etwa ist ausreichend groß. Normalerweise spielt man bei einem neuen Gerät in den ersten Tagen den Akku leer bis man zwischendurch auch öfter mal was anderes macht. Das war beim 1520 nicht der Fall. Das Display dagegen hat nach wenigen Tagen schon die ersten Kratzer. Hier empfiehlt sich die von Nokia angebotene Schutzhülle CP-623, mit deren Deckel man das 1520 ähnlich einem iPad aufstellen kann.

Angetestet Nokias Phablet Lumia 1520 (Quelle: Volker Weber)

(jk)