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Anonyme Registrierung von Domains noch wenig verbreitet

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Das kanadische Unternehmen Tucows führt einen "Whois Privacy Service" für die Domainregistrierung ein. Tucows will damit ermöglichen, dass Registrare ihren Nutzern Domainregistrierungen anbieten können, ohne dass diese ihre persönlichen Daten offen zugänglichen Whois-Datenbanken verfügbar machen müssen. Dort erscheinen stattdessen stellvertretend die Daten von Tucows oder des Registrars. Die Idee ist nicht neu, schon seit geraumer Zeit bieten US-Registrare wie Godaddy oder NameSecure ähnliche Dienste an. Allerdings bietet Tucows den Dienst gegenüber seinen Resellern zum günstigen Tarif von 0,17 US-Dollar pro Monat, oder 2,04 US-Dollar pro Domain und Jahr an. Andere Registrare sind, zumindest im Endpreis, mit rund 9 US-Dollar pro Jahr deutlich teurer.

Im Unterschied zu den vorhandenen Angeboten werde die Identität des Domaininhabers durch eine E-Mail an den ursprünglichen AdminC der Domain überprüft, um falsche Daten auszuschließen, heißt es bei Tucows. Der aus Nutzersicht wesentlichere Unterschied liegt aber darin, dass die Bürde, den eigentlichen Domaininhaber zu erreichen, dem Anfragenden auferlegt wird. Statt E-Mails an die Admin-Adressen zu sammeln, zu filtern und dann weiterzuleiten, erläutert Tucows Produktmanager Greg Frank, habe derjenige, der den Domaininhaber direkt erreichen will, seinen Kontaktwunsch per Webformular anzumelden. Nur so werde ein wesentliches Ziel, nämlich das Abgrasen der Whois-Datenbanken durch Spammer, effektiv verhindert.

Die Veröffentlichung persönlicher Daten in den Whois-Datenbanken der Registries und Registare beschäftigt mit der Zunahme missbräuchlicher Verwendungen sowohl Registrare als auch Kunden und Datenschützer. Bei der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN arbeiteten in den vergangenen Jahren wechselnde Arbeitsgruppen an dem Whois-Thema. Einerseits sind die Arbeitsgruppen mit Forderungen von Seiten der US-Politik und auch der Markenlobby konfrontiert, die einen komplett offenen, möglichst sogar noch um neue Abfragemöglichkeiten erweiterten Zugriff auf die Whois-Daten fordern. Andererseits sind die Registrare mit Forderungen der Datenschützer konfrontiert, Daten der Kunden zu schützen. (Monika Ermert) / (pmz)