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Anonymisierung: US-Regierung steckt 1,8 Millionen US-Dollar ins Tor-Projekt

US-Außenministerium und US-Verteidigungsministerium gehören laut Jahresbericht zu den größten Finanziers des Anonymisierungs-Dienstes Tor. Die Gelder fließen dabei oft indirekt.

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Das Tor-Projekt hat 2013 insgesamt rund 1,8 Millionen US-Dollar an Zuwendungen von der US-Regierung erhalten. Das geht aus dem Jahresbericht 2013 der gemeinnützigen Organisation hinter dem Anonymisierungsdienst hervor. Damit stammen über die Hälfte der Einnahmen für das Projekt aus US-Töpfen.

Tor-Gründer Roger Dingledine verteidigt den Dienst gegen den Verdacht möglicher Regierungshintertüren.

(Bild: heise online/Stefan Krempl)

Die größten Anteile stammen dabei vom US-Verteidigungsministerium mit knapp 830.000 US-Dollar sowie dem US-Außenministerium mit rund 882.000 US-Dollar. Allerdings fließen die Gelder meist nicht als direkte Zuwendung von den Regierungsstellen, sondern über andere Organisation, die von den Ministerien unterstützt werden. So kamen die Zuwendungen des Verteidigungsministeriums etwa komplett über das Forschungsinstitut SRI International, das sich praxisnaher Forschung verschrieben hat. Rund 555.000 US-Dollar des Spendenaufkommens vom Außenministerium stammten von der NGO Internews, die sich international für Pressefreiheit einsetzt.

Alles in allem eine paradoxe Situation: So sind einige US-Behörden Hauptfinanzier von Tor – während andere wie der US-Geheimdienst NSA Berichten zufolge versuchen, den Dienst zu knacken. Den Enthüllungen aus dem Snowden-Fundus zufolge waren die Geheimdienstler damit bislang nicht allzu erfolgreich.

Die Diskussion um die Finanzierung von Tor und daraus entstehende Zweifel an der Verlässlichkeit läuft schon seit längerem. Vertreter des Projekts wie etwa Gründer Roger Dingledine haben bereits mehrfach betont, dass aus der Finanzierung aber keine Zusammenarbeit folge. Tor enthalte definitiv keine Hintertüren für Regierungsschnüffeleien.

Der Jahresbericht 2012 des Tor-Projekts gab noch an, dass rund 60 Prozent der Einnahmen in Höhe von rund 1,7 Millionen US-Dollar von der US-Regierung stammten. Die Entwicklung des Anonymisierungsdienstes wurde ursprünglich auch mit Mitteln der US-Marine finanziert. (axk)

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