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Anonymous: Attacken gegen Israel

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Angreifer des Hacktivisten-Kollektivs Anonymous haben am Montag ihre Attacken auf israelische Web-Angebote fortgesetzt. In einem Chat-Kanal der Szene wurde dazu aufgerufen, die Internet-Adresse der Zeitung Haaretz mit Datenanfragen zu überfluten. Aufgrund dieser DDoS-Attacke war haaretz.co.il für viele Internet-Nutzer nicht mehr zu erreichen. Die Hacker wollen mit ihrer am Sonntag gestarteten Aktion "Opisrael" die Palästinenser unterstützen; sie haben damit gedroht, Israel "aus dem Internet auszuradieren".

In einem Tweet vom Sonntag bezifferten die Hacker das Ausmaß ihrer Angriffe auf über 100.000 gehackte Websites, 30.000 israelische Bankkonten sowie tausende Facebook-Seiten und Twitter-Accounts, wodurch ein Schaden von rund 3 Milliarden US-Dollar entstanden sein soll.

Die Angaben von israelischer Seite klingen deutlich anders: So wurden rund 200 Webseiten am Sonntag attackiert, wie Alon Mantzur von der Sicherheitsfirma BSecure2 der israelischen Zeitung Jediot Achronot sagte. Unter anderem seien Webseiten des Verteidigungs- und Außenministeriums sowie der Stadtverwaltung von Tel Aviv betroffen gewesen. Der tatsächliche Schaden sei aber nur gering gewesen. Die Jerusalem Post zitiert einen Sicherheitsexperten, der von eher amateurhaften Attacken spricht.

Ein Wissenschaftler von der Universität Tel Aviv sagte laut dpa, die Angriffe seien zwar ernst zu nehmen, aber im Prinzip auch nicht anders als das, was sich täglich abspiele. Hacker würden fast durchgehend israelische Webseiten angreifen, meist jedoch ohne großen Erfolg. Bereits im Vorfeld der Attacken richtete die Israelische Internet Vereinigung (ISOC) ein Krisentelefon auch für Privatnutzer ein und gab Sicherheitshinweise.

Einen besonders schalen Beigeschmack bekommt die Anonymous-Aktion gegen Israel allerdings dadurch, dass die Cyberattacken laut Berichten auch vor der Website der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem nicht Halt machten – am Vorabend zum heute begangenen Nationalfeiertag "Jom haScho'a", an dem Opfern der Shoa gedacht wird.

Anon-intern scheint Opisrael recht umstritten zu sein: Via Twitter distanzierten sich deutsche Anonymous-Aktivisten am Wochenende ausdrücklich von der Aktion gegen Israel. „Opisrael“ werde „zum größten Teil von US Anons geführt“, heißt es in dem Tweet. (Mit Material von dpa) / (axk)